News 2010

30.11.2010
Studie der FH Erfurt ist nun öffentlich zugänglich

IHK Ostthüringen zu Gera
II. Regionale Verkehrskonferenz zur Höllentalbahn
Den anwesenden Mitgliedern der Landtage aus Bayern und Thüringen, den Bürgermeistern der Landkreise Hof und Saale-Orla sowie Vertretern der Verkehrsministerien Bayerns und Thüringens stellte Professor Gather die Ergebnisse der Studie vor.
Für die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke sprechen die Transportaufkommen und Verlagerungspotenziale Straße-Schiene insbesondere im Quell-Ziel-Verkehr von und zu den holzverarbeitenden Unternehmen im Saale-Orla-Kreis. Dagegen ist das Schienenpersonennahverkehrsaufkommen auf den beiden Stichstrecken Saalfeld-Blankenstein und Hof-Marxgrün-Bad Steben zu gering, um die Höllentalbahn wirtschaftlich betreiben zu können.
Im Ergebnis der intensiv geführten Diskussion sind folgende nächsten Ziele vereinbart worden:
1. Anfertigung einer Nutzen-Kosten-Analyse für die Reaktivierung und den Betrieb der Höllentalbahn. Hierzu werden beide Landesregierungen um Unterstützung gebeten.
2. Im Rahmen der Nutzen-Kosten-Analyse ist eine Überprüfung der vorliegenden Studien zum Schienenpersonennahverkehr durchzuführen. Insbesondere die mit einer Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn verbundene Netzwirkung ist neu zu bewerten.
Die Studie der FH Erfurt finden Sie auf der Homepage der IHK Ostthüringen unter:

http://www.fh-erfurt.de/fhe/vur/download-bereich/berichte-des-instituts-verkehr-und-raum/

 

GUTACHTEN IST FERTIG
Zähes Ringen um die Höllentalbahn

FRANKENPOST – Werner Rost
Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die sich seit Jahren für die Reaktivierung der Höllentalbahn zwischen Marxgrün und Blankenstein einsetzen, sehen sich durch ein neues Gutachten bestätigt.
Selbitz – Einen ungewöhnlichen Ort hat die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen (IHK) „zu Gera“ für die Vorstellung des Gutachtens der Fachhochschule Erfurt gewählt: Im großen Saal der evangelischen Gemeinde in Selbitz präsentierte Professor Dr. Matthias Gather vom Institut für Raum und Verkehr die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die „Verkehrsverhältnisse für den Personen- und Güterverkehr auf der Höllentalbahn“. Der Auftrag für das Gutachten war vor zwei Jahren bei der ersten IHK-Konferenz zur Höllentalbahn in Blankenstein beschlossen worden (wir berichteten).
Gather erinnerte daran, dass mehrere Untersuchungen mit anderen Schwerpunkten vorausgegangen waren. So habe das „Gutachten zur Eisenbahn-Netzergänzung Marxgrün – Blankenstein“ der Firma Kocks Consult aus dem Jahre 1998 nur die Perspektiven für den Personenverkehr anhand des Fahrgastpotenzials untersucht. Die damalige Prognose von 2030 Fahrten im Personenverkehr zwischen Saalfeld und Hof habe im Lückenschlussgebiet nur 494 Fahrten ausgewiesen, betonte Gather. Weitere Gutachten hätten sich mit Holzhackschnitzel-Transporten, mit der Kapazität der Bahnstrecke Saalfeld – Blankenstein sowie mit den bundesweiten Verkehrsverflechtungen angesichts steigender Frachtaufkommen befasst. „Die Zunahme des Schienengüterverkehrs führt zu Kapazitätsproblemen im Bahnnetz“, zitierte der Professor aus der bundesweiten Studie.
Der Logistik-Experte erörterte die Vorteile, aber auch die Probleme einer reaktivierten Höllentalbahn. In Richtung Süden würden sich die Transportwege für den Güterverkehr um 65 Kilometer verkürzen. Bei Bauarbeiten stünde eine alternative Fahrtmöglichkeit zur Verfügung. Bei den Güterzügen würden die Rangiermanöver am Sackbahnhof Wurzbach entfallen. Zudem sei eine direkte Verbindung für den Personenverkehr zwischen Hof und Saalfeld vorteilhaft. Als problematisch nannte er die eingeschränkte Güterzugtauglichkeit des Gleises im Abschnitt zwischen Marxgrün und Hof und die verminderte Durchlassfähigkeit der Strecke wegen des derzeitigen Betriebsverfahrens von DB Netz.
„Die Einnahmen aus dem Güterverkehr würden für den Infrastruktur-Betreiber der Höllentalbahn nicht ausreichen“, betonte Gahler, der nur dann eine Chance für die Strecke sieht, wenn auch Trasseneinnahmen aus einem Personenverkehr erzielt werden könnten.
„Eine verlässliche Kostenschätzung muss der nächste Schritt sein, forderte der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, der als Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost an der Konferenz teilnahm.
Almut Weinert, die Leiterin des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Technologie der IHK, forderte dazu auf, bei den Landesministerien in Bayern und Thüringen „Druck zu machen“, um diese Kosten-Nutzen-Analyse finanzieren zu können.
Der bayerische Landtagsabgeordnete Peter Meyer (Freie Wähler) aus Bayreuth forderte Sonderförderungen für strukturschwache Räume. Meyer würde es bedauern, wenn die Höllentalbahn nur wegen „ein paar hundert fehlender Fahrgäste“ nicht realisiert werden könnte.
Sprecher der beiden Landesverkehrsministerien wiesen darauf hin, dass die Eisenbahn-Infrastruktur Aufgabe des Bundes ist. Die Länder seien für die Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs zuständig. Dieser erfolge erst ab einem Fahrgastaufkommen von mindestens 1000 Reisenden pro Tag.
Rainer Bier vom Fahrgastverband Pro-Bahn wies darauf hin, dass die Studie über die Fahrgastpotenziale aus dem Jahr 1998 völlig veraltet sei. Mittlerweile seien die Spritpreise stark gestiegen. Deshalb erwartet er unter den Pendlern eine weitaus stärkere Nachfrage. Der Pro-Bahn-Sprecher forderte die beiden Freistaaten auf, die Höllentalbahn für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans anzumelden.

Den vollständigen Pressebericht mit Leserkommentaren finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1384927

 

27.11.2010
Studie sagt: Höllentalbahn hätte Potenzial

FRANKENPOST – Hof – Eine „Untersuchung der Verkehrsverhältnisse für den Güterverkehr entlang der Höllentalbahn“ hat die Fachhochschule Erfurt jetzt vorgelegt. Demnach könnte die Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn für die hiesige Region enorme Entwicklungsmöglichkeiten bedeuten. So heißt es jedenfalls in der von der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera in Auftrag gegebene Studie.
Auch der Hofer CSU-Bundestagabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich sieht die Sache positiv. Er schreibt: „Der Lückenschluss bietet große Chancen für die produzierenden Unternehmen, aber auch für die touristische Erschließung. Entscheidend ist das prognostizierte zusätzliche Güterverlagerungs-Potenzial von der Straße auf die Schiene von rund 800 000 Tonnen auf der Strecke Saalfeld-Hof. Dieses zeigt, dass die Höllentalbahn für eine umfassende Schonung unserer natürlicher Ressourcen steht.“

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1382431

 

Verkehrsexperte sieht großes Potenzial für neue Höllentalbahn

Ist die Reaktivierung der Höllentalbahn betriebswirtschaftlich oder volkswirtschaftlich sinnvoll? Diese Kardinal-Frage stand zur 2. Verkehrskonferenz in dieser Woche im oberfränkischen Selbitz im Mittelpunkt.
OTZ – Ulf Rathgeber
Blankenstein . Anhand von Datenerhebungen der Jahre 2007 und 2008 konnte Professor Dr. Matthias Gather vom Institut für Raum und Verkehr der Fachhochschule Erfurt die Verkehrsströme der per Bahn und Lkw transportierten Güter für den Bereich von Saalfeld bis Hof ermitteln. In der Studie waren Unternehmen in einem Korridor zehn Kilometer links und rechts der vorhandenen zwei Bahnlinien in Südostthüringen und Oberfranken befragt worden. Insgesamt 44 Firmen hatten geantwortet. Das seien 20 Prozent und gar nicht so schlecht, sagte Gather. „Die geantwortet haben, haben ein erhebliches Transport-Aufkommen.“ Auf Thüringer Seite soll es sogar ein Siebentel des gesamten Bahn-Volumens im Freistaat sein. Gather teilte mit, dass die über mehrere Jahre modernisierte Strecke Blankenstein Saalfeld aufnahmefähig für weitere Transportleistungen sei. „Der Schienengüterverkehr hat eine wachsende Bedeutung“, sagte Gather. „Es ist eines der Verkehrsmittel mit Zukunft.“ Das zusätzliche Potenzial bei einem Lückenschluss Blankenstein Marxgrün bezifferte der Wissenschaftler auf 850 000 Tonnen. Dies würde eine Einsparung von 34 000 Lkw-Fahrten ermöglichen. Bei einer derzeit zwischen dem Freistaat Bayern und der Tschechischen Republik verhandelten Wiedereröffnung der Bahnlinie Selb – A würden noch einmal 50 000 Tonnen Transportgüter auf der Schiene hinzukommen. „Unser Wareneingang wird, wenn die Strecke Selb – A wiedereröffnet wird, wesentlich wachsen“, erklärte der Geschäftsführer der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal Blankenstein , Leonhard Nossol . Allein für sein Unternehmen bezifferte er das jährliche Transportvolumen, etwa von Rundholz, auf 100 000 Tonnen. „Da geht sogar noch ein bisschen mehr.“ Der Wunsch zur Reaktivierung der Höllentalbahn fand zur Verkehrskonferenz in Selbitz bei zwei Mitarbeitern der Verkehrsministerien von Thüringen und Bayern wenig Gegenliebe. Schienenausbau sei nicht Ländersache, betonte Hans-Jürgen Hummel für das Erfurter Ressort. Die Mittel vom Bund seien knapp gerechnet. Hummel kaprizierte sich lediglich auf den Personennahverkehr. „Wenn nicht mindestens 1000 Fahrgäste pro Tag unterwegs sind, nimmt der Bund das Projekt nicht mehr an.“ Dem pflichtete Florian Liese vom bayerischen Verkehrsministerium bei. „Das Projekt müsste in den Bundesverkehrswegeplan ab 2015 aufgenommen werden.“ Dieser sei für den Infrastrukturausbau der Schiene „originär zuständig“.
Diesem Satz widersprach Stefan Winkler von der Initiative Höllennetz, die sich seit Jahren für eine Reaktivierung der Strecke Blankenstein Marxgrün einsetzt. „Im Chemiedreieck in Oberbayern ist das Land wegen 9000 Lkw von sich aus tätig geworden. Wenn das Land, die Politik es will, kann sie tätig werden.“ Die Effekte der Höllentalbahn seien größer als bislang angenommen. Der Schienenperso- nennahverkehr, der Güterverkehr und der Tourismus müssten mit einbezogen werden. „Wir brauchen eine großflächige Betrachtung“, forderte Almut Weinert von der veranstaltenden Industrie- und Handelskammer Ostthüringen. Ihrer Ansicht nach sollten nicht nur die betriebswirtschaftlichen, sondern auch die volkswirtschaftlichen, ökologischen und perspektivischen Entwicklungen betrachtet werden. Die Version, ein privatwirtschaftliches Unternehmen zu beteiligen, brachte der CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Wetzel ins Gespräch. Mit der Neckar-Ulm-Bahn gab es schon ein Unternehmen, das Interesse bekundet hat. „Bis 2013 gibt es noch 80 Prozent Förderung für den Schienenausbau von der EU“, sagte der Möschlitzer. Sein Slogan: „Mit dem Teufel durch die Hölle ins Paradies nach Jena „. „Wenn jemand als Betreiber die Strecke übernimmt, könnten wir auch den Schienenpersonennahverkehr bestellen“, sagte Hans-Jürgen Hummel . Verkehrsexperte Gather schlug wie andere Experten auch eine Kosten-Nutzen-Analyse vor. Diese würde ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. „Die Kompetenzen werden wieder zwischen Bund und Ländern hin- und hergeschoben“, ärgerte sich Fritz Sell von der Initiative Höllennetz. „Es werden immer wieder Totschlag-Argumente gefunden.“

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://badlobenstein.otz.de/web/badlobenstein/startseite/detail/-/specific/Verkehrsexperte-sieht-grosses-Potenzial-fuer-neue-Hoellentalbahn-1136857068

 

Deutlich mehr Güter auf der Höllentalbahn prognostiziert

OTZ
In einer von der IHK Ostthüringen in Auftrag gegebenen Studie kommt Prof Dr. Matthias Gather von der Fachhochschule Erfurt zum Fazit, dass bei einem Lückenschluss der Höllentalbahn zwischen Blankenstein und Marxgrün mehr als 850 000 Tonnen Güter zusätzlich auf die Schiene verlagert werden könnten. Selbitz/Blankenstein. Im Untersuchungszeitraum der Jahre 2007/2008 waren vor allem von den holzverarbeitenden Betrieben Klausner in Friesau und der Zellstoff- und Papierfabrik (ZPR) in Blankenstein 840 000 Tonnen auf die Gleise gebracht worden. Vorgestellt wurden die Zahlen auf der nach dem Jahr 2008 inzwischen 2. Verkehrskonferenz. Die IHK hatte zur Präsentation am Mittwoch ins oberfränkischen Selbitz eingeladen. Ob sich eine Investition in die derzeit brachliegende Schieneninfrastruktur finanziell rechnet, blieb offen. Klar zur Sprache kam, dass die durchschnittlich angenommenen 300 Bahnreisenden, die täglich auf dem Streckenabschnitt Saalfeld-Blankenstein die Züge des Schienenpersonennahverkehrs nutzen, nicht ausreichen, um eine Reaktivierung zu rechtfertigen. Eine Gesamtbetrachtung aus Sicht des Güterverkehrsaufkommens, des Schienenpersonennahverkehrs, der touristischen oder ökologischen Aspekte ist noch nicht erfolgt. Tenor in Selbitz war, dass jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden soll. „Das ist Voraussetzung für eine mögliche Finanzierung durch den Bund“, sagte Professor Gather. „Unser Anliegen ist es, immer mehr Güter auf die Schiene zu bringen“, sagte ZPR-Geschäftsführer Leonhard Nossol . Er ist der Meinung, dass sich die fünf Kilometer Höllentalbahn rechnen müssen. Als Argumente führte er den hohen Spritverbrauch der Lkw und die Belastungen für die Bürger an, durch deren Kommunen die Laster die Güter befördern. „Nötig ist ein politisches Bekenntnis“, forderte Leonhard Nossol . „Die Betriebswirtschaftlichkeit bezieht sich nicht auf die fünf Kilometer, sondern auf die möglichen 700 Kilometer Bahnstrecke“, warf sich der CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Wetzel ins Zeug. „Der Lückenschluss steht bei uns mit im Koalitionsvertrag“, sprach er das Vertragswerk der Thüringer CDU-SPD-Landesregierung an. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Bürgern und der Industrie“, sagte der Blankensteiner Bürgermeister Ralf Kalich (Die Linke). „Das kann uns nicht die Landesregierung überlassen.“ Er ärgerte sich, dass seit der letzten Verkehrskonferenz zwei Jahre vergangen sind und lediglich die neue Studie erstellt worden ist. Neben der Kosten-Nutzen-Anlayse soll jetzt noch eine neue Untersuchung angestellt werden, die die bislang einzige Studie über die Fahrgastzahlen aus dem Jahr 1998 aktualisiert.

 

Entscheidung fällt erst im Januar

FRANKENPOST
Selb – Die Entscheidung über die Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Selb-Plößberg – Asch, die am Donnerstag in München gefällt werden sollte, ist vertagt worden. Im Januar soll in Selb eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Wirtschaftsministerium, Bahn und Vertretern aus der Region stattfinden.
Oberbürger meister Wolfgang Kreil berichtete nach der gestrigen Gesprächsrunde in München, dass die vom Ministerium geforderten 855 000 Euro aus der Region für die Reaktivierung der Bahnlinie inzwischen zugesagt seien, die Summe sogar weit darüber liege. Er habe daher vorgeschlagen den Selber Anteil nicht in diesen Topf zu geben, sondern ihn für die Errichtung von Parkplätzen am Bahnhof Selb-Plößberg und die Renovierung des Gebäudes zu verwenden. „Mein Vorschlag ist sowohl bei den Vertretern des Ministeriums als auch der Bahn nicht auf Widerstand gestoßen“, sagte Kreil.
Der Oberbürgermeister verwies außerdem darauf, dass der Wunsch der Stadt Selb, drei weitere Bahnübergänge zu erhalten, auf wenig Gegenliebe gestoßen sei. Er habe daraufhin gefordert, Pläne zu erarbeiten und mit den Betroffenen abzusprechen, wie sie ohne Bahnübergänge ihre Grundstücke erreichen können.
Außerdem habe sich bei dem Gespräch herausgestellt, dass es noch einige ungeklärte Fragen gebe. So sei zum Beispiel nicht sicher, ob man in Tschechien die Pläne, die Gleisanlage vom Ascher Hauptbahnhof bis zur Grenze zurückzubauen, aufgeben werde. Nicht geklärt seien auch eventuelle Umweltrisiken.
„Wir sind einen Schritt weitergekommen“, kommentierte Landrat Dr. Karl Döhler am Telefon die Verhandlungen. Jetzt müsse man bei den Gesprächen über die Finanzierung sehen, „was an wem hängen bleibt“. Dies erfordere neue Berechnungen und auch Verhandlungen mit dem Innen- und dem Finanzministerium. Auch müsse darüber gesprochen werden, wie die Forderungen des Selber Stadtrats etwa in Bezug auf die Bahnübergänge in dem Gesamtfinanzierungspaket unterzubringen sind. Die Gefahr, dass Zuschüsse wegen Fristüberschreitungen nicht gewährt werden könnten, sieht Döhler nicht.
Für Dr. Klaus von Stetten, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bahn Cheb-Hof (IG BaCH), ist dieses Ergebnis „schon einmal ein positiver Ansatz“. Wenn über die Reaktivierung der Bahnlinie und die Finanzierung noch einmal sachlich diskutiert werden soll, könne man wirklich von einem Schritt nach vorne sprechen. Voraussetzung sei dabei allerdings, dass das bayerische Wirtschaftsministerium die Bindung der Fördermittel an das Projekt weiter aufrecht erhalte. Wenn dies der Fall sei, „dann ist nichts verloren gegangen“. ago/mg

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1382359

 

23.11.2010
Privatbahn kritisiert Gleisabbau

FRANKENPOST – Werner Rost
Einen großen Investitionsbedarf bei der Bahn sehen Politiker und Unternehmer in Nordostbayern. Der Bund und der Freistaat werden zu verstärkten Investitionen aufgefordert.
Hof – Ein für Oberfranken außergewöhnlicher Triebwagen der Baureihe „Integral“ hat in Marktredwitz, Hof und Bayreuth Station gemacht. Der Sonderzug des bayerischen Bauindustrieverbandes rollte einmal um das Fichtelgebirge, wobei die Konferenzteilnehmer die Unzulänglichkeiten des hiesigen Schienennetzes erörterten.
„Für die Metropolregion Nürnberg ist der zügige Ausbau der Schieneninfrastruktur von größter Bedeutung“, betonte Harald Leupold, der fachliche Sprecher des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion. Im „mobilen Konferenzraum“ wurde erwartungsgemäß vor allem über die weitere Elektrifizierung südlich von Hof diskutiert.
Wie Leupold erläuterte, ist die Strecke von Hof nach Regensburg als „Ost-Korridor“ für den Güterverkehr in Nord-Süd-Richtung von großer Bedeutung. Dagegen sei die Strecke von Nürnberg über Marktredwitz zur Landesgrenze Teil des wichtigen europäischen West-Ost-Bahnprojektes „TEN 22“, das über Prag bis zum Schwarzen Meer sowie nach Athen reiche. Leupold erinnerte an den Staatsvertrag zwischen Deutschland und Tschechien aus dem Jahr 1995, in dem der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke von Nürnberg über Marktredwitz bis zur Landesgrenze bis zum Jahr 2016 vereinbart seien. In Tschechien sind die Bauarbeiten bereits weit fortgeschritten. „Bei uns ist dagegen noch nichts passiert“, kritisierte Leupold.
In die selbe Kerbe schlug die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder. „Wie wollen wir den Tschechen vermitteln, dass sie sich an Staatsverträge und Verwaltungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland halten müssen, wenn es der Bund nicht tut“, sagte Seelbinder. Für das „TEN 22“-Projekt sei eine zusätzliche EU-Förderung von 20 Prozent möglich. „Wenn für die Neubaustrecke nach Erfurt 5,2 Milliarden Euro ausgegeben werden, dann sind die 156 Millionen Euro für den Ausbau zwischen Nürnberg und Marktredwitz ein Pappenstiel“, verglich die Oberbürgermeisterin.
Seelbinder fordert den Freistaat Bayern auf, die Kosten für die Vorplanung der Elektrifizierung zu übernehmen. Die bereits begonnenen Arbeiten zwischen Reichenbach und Hof seien nur möglich geworden, weil der Freistaat Sachsen die notwendigen Planungen vorfinanziert habe. Nur deshalb habe man dieses Projekt kurzfristig in das Konjunkturprogramm aufnehmen können. Seelbinder verwies auf einen Präzedenzfall in Bayern. So habe der Freistaat auf Drängen der Schweiz die Vorplanungskosten für die Strecke München – Zürich übernommen.
Der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner erwartet vom Bau des Güterverkehrszentrums einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung für die Stadt. Mit den zusätzlichen Verkehrsleistungen würden weitere Arbeitsplätze entstehen. Fichtner erinnerte an die Hofer Erklärung vom 30. September, wonach die Strecken nach Nürnberg und Regensburg gleichrangig elektrifiziert werden sollen und an die ebenfalls vom Planungsverband geforderten Lückenschlüsse zwischen Selb und Asch sowie über die Höllentalbahn nach Thüringen.
Werner Bischoff, der Vorsitzende des Verkehrsverbandes Nordostbayern, plädierte für einen schnellstmöglichen direkten Bahnanschluss der Region an den Münchner Flughafen. „Das würde unseren Standort verbessern“, betonte Bischoff.
Siegfried Pauls, der oberfränkische Betriebsleiter der neuen Privatbahn Agilis, ging hart mit dem Gleisrückbau zu Gericht, den die Deutsche Bahn AG seit der Bahnprivatisierung im Jahre 1994 vollzogen hat. „In Hof, Münchberg und Kirchenlaibach fehlen Abstellmöglichkeiten für unsere Züge“, kritisierte Pauls. Wie berichtet, wird Agilis vom 12. Juni 2011 an das Dieselnetz Oberfranken mit fabrikneuen Triebwagen übernehmen. Dies betrifft alle Linien mit Ausnahme der Neigetechnikzüge. Pauls kritisiert fehlende Weichenverbindungen am Bahnhof Münchberg in Richtung Hof. Zwischen Stammbach und Marktschorgast fehle das zweite Streckengleis. Zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Bayreuth sei wegen der großen Streckenbelegung mit fünf Zügen pro Stunde ein punktueller zweigleisiger Ausbau nötig, um die Übertragung von Verspätungen auf andere Züge zu vermeiden.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1380008

 

16.11.2010
Sechsstelliger Betrag für Bahnstrecke

FRANKENPOST
Hof – Die Stadt Hof leistet einen Beitrag zum Lückenschluss auf der Bahnstrecke Hof-Eger. Der Stadtrat beschloss gestern einstimmig, dass bis zu 200 000 Euro aus dem Stadtsäckel für die Reaktivierung zwischen Selb-Plößberg und Asch fließen.
Wie berichtet, fallen für das Projekt laut aktueller Schätzung Kosten von acht Millionen Euro an. Die Region muss einen Anteil von 855 000 Euro schultern. Fest steht, dass die Städte Rehau und Schönwald jeweils 80 000 Euro bezahlen; die Stadt Selb ist bereit, einen Betrag von höchstens 350 000 Euro beizusteuern. Auch die Stadt Hof ist jetzt mit einer Einmalzahlung, die auf 200 000 Euro begrenzt ist, dabei.
Die Stellungnahmen der Stadträte spiegelten große Einigkeit wider. „In weniger als einer Stunde können wir künftig in unserer Partnerstadt Eger sein“, sagte Dr. Gisela Strunz (CSU) zum kurzen Weg nach Tschechien. Für sie stellt der Lückenschluss eine „indirekte Form der Wirtschaftsförderung“ dar.
Reinhard Meringer (SPD) und Joachim Dumann (FAB) brachten das nächste Projekt zur Sprache, das ihrer Meinung nach notwendig wäre – die Reaktivierung der Höllentalbahn. Dadurch würden viele Holztransporte durch Hof nach Thüringen wegfallen, argumentierte Meringer. Wie Dumann ergänzte, kostet dieses Vorhaben aber „sehr viel Geld“. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner meinte, die Situation in Sachen Höllentalbahn sei etwas anders gelagert als für Selb-Asch. „Aus dem Landkreis Hof gibt es erhebliche Widerstände dagegen“, betonte er und fügte in Meringers Richtung hinzu: „Auch aus Ihrer Partei.“

Den vollständigen Pressebericht mit Leserkommentaren finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/hof-stadt/art2390,1373128

 

07.11.2010
Freistaat verbessert Fahrplanangebot

FRANKENPOST – Werner Rost
Mit der Übernahme des Zugverkehrs durch die Privatbahn Agilis vom 12. Juni 2011 an wird sich das Fahrplanangebot zwischen Hof und Bad Steben verbessern. Werktags werden dann am Vormittag zwei zusätzliche Zugpaare verkehren.
Bad Steben – Mit der Übernahme des Zugverkehrs durch die Privatbahn Agilis vom 12. Juni 2011 an wird sich das Fahrplanangebot zwischen Hof und Bad Steben verbessern. Werktags werden dann am Vormittag zwei zusätzliche Zugpaare verkehren, sodass man künftig auch um 8.35 Uhr sowie um 10.35 Uhr von Bad Steben nach Hof fahren kann. An Sonn- und Feiertagen wird sich das Angebot vormittags um ein Zugpaar verbessern. Abends bleibt die Zahl der Zugfahrten unverändert. Allerdings wird der vorletzte Zug, der bislang um 21.41 Uhr ab Hof fährt, um eine Stunde vorverlegt, ebenso dessen Rückfahrt. Somit besteht die letzte Verbindung von Bad Steben nach Hof nicht mehr um 22.45 Uhr, sondern bereits um 21.40 Uhr.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1369184

Interesse für Züge auf der Höllentalbahn
FRANKENPOST – Werner Rost

Die Privatbahn Agilis wird vom 12. Juni 2011 an ihre neuen Triebwagen im Stundentakt nach Bad Steben einsetzen. Wie Knerr gegenüber der Frankenpost erklärte, hat Agilis Interesse an weiteren Zugleistungen.
Marxgrün – Die Privatbahn Agilis wird vom 12. Juni 2011 an ihre neuen Triebwagen im Stundentakt nach Bad Steben einsetzen. Wie Knerr gegenüber der Frankenpost erklärte, hat Agilis Interesse an weiteren Zugleistungen. Zur Höllentalbahn angesprochen sagte Knerr, dass Agilis nicht als Infrastruktur-Unternehmen in Frage komme. Als Verkehrs-Unternehmen sei Agilis an Zugleistungen auf der Höllentalbahn interessiert, wenn Bayern und Thüringen Personenzüge bestellen würden. Eine Flügelung in Marxgrün mit Zugteilen nach Bad Steben sowie über Blankenstein nach Saalfeld sei denkbar. Dass die Agilis-Züge keine automatischen Kupplungen haben, sieht er nicht als Nachteil. „Das ist ein minimaler Zeitunterschied“, sagt Knerr. W. R.

Den vollständigen Pressebericht mit Leserkommentaren finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1369186

29.10.2010
Die Bahn gewinnt

FRANKENPOST – Andreas Godawa
Die Stadt Selb spricht sich für den Lückenschluss Selb-Plößberg – Asch aus und setzt auch finanzielle Obergrenzen fest. Aktive Bürger und SPD setzen sich mit ihrem Antrag durch.
Selb – Ein Blick auf die anwesenden Stadträte bei der Sitzung am Donnerstag nahm das Ergebnis schon fast vorweg: Von den antragstellenden Fraktionen der Aktiven Bürger und der SPD waren alle zwölf Stadträte anwesend, im Lager der Liste 1 (CSU/Freie Wähler) waren es inklusive Oberbürgermeister zehn – Rudolf Pruchnow, Klaus Grünling und Thomas Rucker hatten sich entschuldigen lassen. Und so wurde nach einer sachlichen, aber immer engagierten Diskussion auch abgestimmt. Mit jeweils zwölf zu zehn Stimmen wurde der Antrag zum Lückenschluss der Bahnlinie Selb-Plößberg – Asch angenommen.
Im Detail lautet der Beschluss wie folgt: Die Stadt Selb spricht sich für den Lückenschluss der grenzüberschreitenden Bahnlinie Hof – Eger zwischen Selb-Plößberg und Asch aus und ist bereit, ihren Anteil an den kommunalen Kosten von insgesamt 840 000 Euro zu leisten – allerdings nur bis maximal 350 000 Euro.
Im zweiten Teil des Beschlusses, nämlich in Bezug auf die Bahnübergänge im Gemeindegebiet der Stadt Selb, kamen Aktive Bürger und SPD den Anliegern und der Liste 1 entgegen. Hatte es ursprünglich geheißen, die Stadt könne auf fünf der zehn bestehenden Bahnübergänge verzichten, änderte Dr. Klaus von Stetten den Antrag dahingehend, dass nur auf zwei Bahnübergänge verzichtet werden könne. Über die drei anderen soll der Oberbürgermeister verhandeln. Sollte es hier keine Einigung mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und der Bahn geben, wird die Stadt die technische Sicherung übernehmen, sofern sie dafür Fördermittel bekommt.
Diese beiden Antragsteile wurden mit der Mehrheit von Aktiven Bürgern und SPD beschlossen.
Weiter fordert die Stadt drittens die Aufweitung der Bahnunterführung Wildenau und ist auch bereit, ihren kommunalen Anteil an den zusätzlich entstehenden Kosten bis maximal 185 000 Euro zu übernehmen, wenn der Freistaat eine Förderung von 60 Prozent zusichert. Der vierte Teilbeschluss: Anders lautende, frühere Beschlüsse des Stadtrates werden aufgehoben. Bei diesen beiden Abstimmungen stimmte nur Erwin Benker dagegen. Er hatte gleich zu Beginn der Diskussion deutlich gemacht, dass er die von den Antragstellern vorgelegten Zahlen für nicht realistisch halte, vor allem, was die Finanzen angeht.
Nicht durchsetzen konnte sich in der Diskussion die Liste 1, deren Fraktionsvorsitzender Peter Eichinger einen Änderungsantrag eingebracht hatte. Der sah zwar im Prinzip die gleichen Beschlüsse vor, allerdings ohne finanzielle Obergrenzen der städtischen Beteiligungen festzulegen. Vielmehr sollte die Verwaltung zuerst verhandeln und das Ergebnis dann dem Stadtrat vorlegen. Damit solle vor allem der klammen finanziellen Lage der Stadt Rechnung getragen werden, so Eichinger.
Dem widersprach aber Rudi Kirschneck von der SPD. Die nächste Sitzung des Stadtrates in der darüber diskutiert werden könnte, sei am 2. Dezember. Stichtag für die Inanspruchnahme der Fördergelder sei aber am 25. November. „Wir müssen jetzt beschließen.“
In der immer sachlichen Aussprache hatte zuerst Oberbürgermeister Wolfgang Kreil seine Argumente dargelegt. Nach seiner Meinung werde der Lückenschluss überbewertet. Er sei für die Zukunft Selbs nicht das Entscheidende. Für die Firmen in der Stadt sei die Bahnlinie bedeutungslos. Zwar sei es schön, wenn man zum Kaffeetrinken nach Franzensbad fahren könne, aber müsse man dafür Millionen ausgeben?
Außerdem verwies er auf die prekäre Finanzsituation der Stadt. Denn neben den immer wieder genannten 7,56 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Strecke kämen weitere Kosten auf die Stadt zu. Rechne man alles zusammen, koste das Projekt nämlich nach den Angaben der Bahn 12,18 Millionen Euro. Und darin seien noch nicht notwendige Parkplätze in Selb-Plößberg, ein Lärmschutz und eine Haltestelle für Erkersreuth vorgesehen.
Deutliche Kritik am Oberbürgermeister äußerte Dr.Klaus von Stetten. Die Stadt werde nicht nur vom bayerischen Wirtschaftsministerium und der Bahn unter Zeitdruck gesetzt, vielmehr sei OB Kreil selbst dafür verantwortlich. Der Stadtrat, die Anlieger und die Landwirte hätten sehr wohl schon früher über die Bahnlinie diskutieren können, wenn es denn eine Sondersitzung des Stadtrates gegeben hätte. Bereits im Juli haben nach Stettens Angaben die Ergebnisse der vertiefenden Untersuchung vorgelegen. „Ohne unseren Antrag wüsste der Stadtrat bis heute nichts.“ Und er hielt dem OB vor, dass sogar Verkehrsexperten der CSU-Landtagsfraktion von einer „Traumfinanzierung“ sprächen.
Walter Wejmelka, Fraktionsvorsitzender der SPD, machte deutlich, dass eine Grundsatzentscheidung getroffen werden müsse: Es gehe hier letztendlich um den Anschluss der Stadt Selb an das europäische Bahnnetz. Und verglichen mit den Kosten für den Hochwasserschutz Vielitzer Graben seien die Kosten für die Bahnlinie verschwindend gering. Einen weiteren Aspekt sprach Kai Hammerschmidt (SPD) an. Die Stadt Selb habe nicht so viele Verkehrsanbindungen, dass sie es sich leisten könne, eine weitere zu kappen.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1363797

 

25.10.2010
Die Region ist sich einig

FRANKENPOST – Gisela König
Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Annette Karl steht voll und ganz hinter der Reaktivierung der Bahnlinie Selb-Asch. Beim Besuch in Selb-Plößberg wird dies deutlich.
Selb-Plößberg – Die Region steht hinter dem Projekt und trotzdem könnte es scheitern. Die Rede ist von der Reaktivierung der Bahnlinie Selb-Asch, die den Lückenschluss der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Hof-Eger zur Folge hätte. Nun hat auch die SPD-Landtagsfraktion deutlich gemacht, dass sie den von der Interessengemeinschaft BaCH (Bahnlinie Cheb-Hof) geforderten Lückenschluss befürwortet. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, MdL Annette Karl, bekräftigte ihre Unterstützung bei ihrem Besuch am Freitagnachmittag im Büro „Soziale Stadt“ in Selb-Plößberg.
Laut Dr. Klaus von Stetten von der überparteilichen Initiative habe sich die Lage zugespitzt, denn bis 25. November will die Bayerische Staatsregierung von den beteiligten Kommunen eine Zusage zum Lückenschluss und zur Übernahme des kommunalen Anteils von 850 000 Euro.
Der Verzicht auf fünf Bahnübergänge (wir berichteten) durch die Stadt Selb sei laut von Stetten einleuchtend, da diese Übergänge lediglich landwirtschaftlich genutzt würden. Ein „Knackpunkt“ sei allerdings die schmale Bahnunterführung bei Wildenau, die bei einer Reaktivierung der Strecke aufgeweitet werden müsste, um großen landwirtschaftlichen Maschinen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Kosten dafür von gut 900 000 Euro seien von der Stadt Selb zu tragen, da die Alternative, eine völlig unrealistische Verkehrsführung, bei den Landwirten zu Protesten führen würde. Stetten wies aber auch darauf hin, dass bei einer rund 60-prozentigen Förderung etwa 125 000 Euro verbleiben würden
OB ist größtes Problem
Sollte die Zusage der Stadt Selb nicht erfolgen, so von Stetten, werde das gesamte Projekt nicht weiter verfolgt, die Zuschüsse verfallen. Als größtes Problem bezeichnete der Sprecher der IG BaCH den Selber Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, „der sich hinsichtlich der Bahnlinie völlig ausgeklinkt hat“. Da die Zeit drängt, hätten die Fraktionen der Aktiven Bürger und der SPD für die Stadtratssitzung am Donnerstag einen Antrag gestellt. Auch habe man gefordert, einen Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums und des Landkreises zur Sitzung einzuladen. Landratsamt und Wirtschaftsministerium, so von Stetten, hielten sich den Termin bis Mittwoch frei. Da der Selber OB morgen aus dem Urlaub zurückkehrt, wäre es also für eine Einladung noch nicht zu spät. Stetten bedauerte, wenn der Lückenschluss an der Stadt Selb beziehungsweise am Oberbürgermeister scheitern sollte, während die anderen Anrainerkommunen bereits ihr Ja erklärt und Gelder eingestellt hätten.
Für Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger ist der Zeitdruck das größte Problem, ferner wies sie darauf hin, dass die neue Regierung in Tschechien aufgrund von Sparmaßnahmen eine Entwidmung aller stillgelegten Bahnstrecken anstrebe. Dazu gehöre auch das Stück von der Landesgrenze bis Asch. Diese Meldung macht Klaus von Stetten keine Angst. „Damit will man Druck machen“, außerdem sei das Verkehrsministerium in Prag aufgefordert worden, mit der Entscheidung noch bis 25. November zu warten.
Annette Karl machte deutlich, dass die SPD-Landtagsfraktion den Wunsch nach einer Reaktivierung der Bahnlinie voll unterstütze. Der von der CSU-Landtagsfraktion eingebrachte Antrag sei im Prinzip nicht schlecht, helfe aber, im Gegensatz zum abgelehnten Antrag der Freien Wähler, den Kommunen nicht bei der Finanzierung. Auch habe sie, Karl, ihren Abgeordnetenkollegen Martin Schöffel ersucht, auf den Selber Oberbürgermeister einzuwirken. „Wird die Strecke nicht reaktiviert, wird das Teilstück in Tschechien entwidmet und die Gelder fließen in andere Projekte, zum Beispiel in einen zweiten S-Bahn-Tunnel in München oder in Stuttgart 21“, so Karl. Doch das Lückenschluss-Projekt habe gute Chancen, genieße es doch aufgrund seines grenzüberschreitenden Charakters hohe Priorität. Annette Karl und Petra Ernstberger forderten die Region auf, einmütig aufzutreten, um durch die Reaktivierung der Bahnlinie eine wichtige Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum zu erreichen.
Für Klaus von Stetten ist sich die Region im Prinzip einig. „Es gibt nur einen Störenfried.“ So habe Kreil auch versucht, die Bahnlinie zu „versenken“, indem er sie teurer gerechnet und utopische Forderungen wie eine Sanierung der Bahnhofs Selb-Plößberg oder einen Haltepunkt Erkersreuth gefordert habe.
Reinhard Steeger aus Selb-Plößberg unterstrich, wie wichtig die Bahnlinie für den Ortsteil, aber auch für Selb ist, „denn es ist zu befürchten, dass bei einem Scheitern des Projekts, früher oder später auch die Linie Selb-Hof eingestellt wird.“
Für Klaus Adelt, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Hof-Land, Vizepräsident des Gemeindetags und Bürgermeister von Selbitz, ist die Sache auch im Hinblick auf den Bahnverkehr der gesamten Region wichtig. Die an die anliegenden Kommunen gestellten Forderungen seien aus seiner Sicht erfüllbar. Er versicherte: „Die Stadt und der Landkreis Hof stehen voll hinter der Sache.“
In seinem Schlusswort brachte Ulrich Scharfenberg, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hochfranken, die Hoffnung aller Beteiligten zum Ausdruck, nämlich dass der Antrag am Donnerstag in der Selber Stadtratssitzung durchgehen möge.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1360451

Verkehrs-Ausschuss stellt sich hinter Selb-Asch

FRANKENPOST – München – Der Verkehr-Ausschuss des Landtags hat sich einstimmig hinter die Pläne zur Reaktivierung der Bahnstrecke Selb-Asch gestellt. Fraktionsübergreifend und auch von einem Sprecher des Wirtschaftsministeriums wurde die Stadt Selb gebeten, ihre Vorbehalte zur Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs aufzugeben. Der Selber Stadtrat wird sich am Donnerstag erneut mit dem Thema befassen, für den 25. November ist zudem ein Spitzengespräch im Wirtschaftsministerium geplant. Die endgültige Entscheidung über das Projekt muss aus förderrechtlichen Gründen bis Ende des Jahres gefallen sein.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/bayerntitelseite/art2445,1359898

7,6 Millionen kostet Strecke Selb-Asch

FRANKENPOST – Jürgen Umlauft
Selb – Die Kosten für die Reaktivierung der Bahnstrecke Selb – Asch werden auf 7,6 Millionen Euro veranschlagt. Für die Hälfte davon gibt es eine – bis Ende 2013 befristete – Förderzusage der EU, weitere 40 Prozent kommen vom Bund. Die übrigen Mittel müssten von den örtlichen Kommunen aufgebracht werden, wobei es dafür weitere staatliche Zuschüsse zum Beispiel beim Bau von Bahnübergängen gäbe. Der CSU-Verkehrsexperte Eberhard Rotter sprach deshalb von einer „Traumfinanzierung“, die bei ähnlichen Projekten nicht einmal annähernd erreicht werde. Ein kommunaler Eigenanteil sei deshalb akzeptabel.
CSU und FDP lehnten daher die Forderung der Freien Wähler an den Freistaat ab, im Zweifel auch den verbleibenden Kommunalanteil von rund 850 000 Euro komplett zu übernehmen. Wegen der dramatischen Haushaltslage vieler Gemeinden könnten diese den erforderlichen Eigenanteil gar nicht tragen, weil dies die Kommunalaufsicht nicht erlauben würde, warnte der FW-Abgeordnete Peter Meyer. Er bezeichnete den Lückenschluss auf der Bahnstrecke von Hof über Asch und Franzensbad nach Eger als ein bedeutendes Projekt für ganz Oberfranken. „Das ist nicht irgendeine Bimmelbahn, sondern eine internationale Strecke, die Bayern mit Böhmen verbindet.“
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat sich nach jahrelangen Untersuchungen bereit erklärt, Nahverkehrsleistungen auf einer reaktivierten Bahntrasse zu bestellen. Das dafür erforderliche Mindestaufkommen von 1000 Fahrgästen pro Werktag wird nach der Potenzialprognose der BEG erreicht. Ungemach droht nun aber aus Tschechien. Nach Informationen aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium hat die neue Regierung in Prag ein förmliches Verfahren zum Rückbau aller Schienenstrecken in Tschechien eingeleitet, auf denen derzeit kein Verkehr rollt. Das rund 1,8 Kilometer lange Teilstück zwischen Asch und der Landesgrenze zu Bayern gehöre dazu. Ein Ministeriumssprecher erklärte, man habe sich bereits schriftlich an das Verkehrsministerium in Prag gewandt, damit dort zumindest bis zur endgültigen Entscheidung über die Reaktivierung in Bayern keine vollendeten Tatsachen geschaffen würden. Die Antwort stehe noch aus.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1359902

 

13.10.2010
EgroNet mit gemeinsamer Infrastruktur über Ländergrenzen entwickeln

Das länderverbindende Nahverkehrssystem EgroNet soll in den nächsten Jahren zu einem Verbund mit einer gemeinsamen Verkehrsinfrastruktur im Vierländereck Tschechien, Bayern, Thüringen und Sachsen weiterentwickelt werden. Darauf haben sich am Dienstag (12.10.2010) die 20 stimmberechtigten Mitglieder des Kopperationsverbundes in Zwickau verständigt. Während ihrer 7. Mitgliederversammlung beschlossen sie, die Zusammenarbeit im Nahverkehr und Tourismus weiter auszubauen. Darüber hinaus sollen in der Region Mitte Europa gemeinsame Projekte wie Industriegebiete und Staßen erarbeitet werden, die ab 2014 über die EU gefördert werden können.
„Vor 10 Jahren wurden wir auf der Expo in Hannover belächelt, als wir den Nahverkehr über Ländergrenzen im Vierländereck hinweg rollen lassen wollten, es gab noch Zoll- und Passkontrollen. Daraus ist bis heute dank des EgroNet ein beispielgebender Verflechtungsraum im Herzen Europas geworden“, sagte Dr. Tassilo Lenk, Landrat des Vogtlandkreises und Vorsitzender des EgroNet, zu den Teinehmern. Unter ihnen waren die Landräte Simon Wittmann (Neustadt an der Waldnaab), Bernd Hering (Hof) und Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) sowie die Oberbürgermeister Dr. Pia Findeiß (Zwickau), Dr. Harald Fichtner (Hof) und Ralf Oberdorfer (Plauen).
In den 10 Jahren wurde viel erreicht. Nun ist das EgroNet ins Teenageralter gekommen. Neue Ideen sind gefragt, um mit Begeisterung und Leidenschaft das EgroNet weiter zu gestalten. Konzetriert wird sich auf die drei Säulen Verkehr, Tourismus und Komunikation. „So sollten in der Tarifstruktur Änderungen erörtert werden“, legte Thorsten Müller, Geschäftsführer von Verkehrsverbund Vogtland (VVV) und EgroNet dar, „außer dem jetzt erhältlichen EgroNet-Ticket, mit dem man einen Tag lang sämtliche Bahnen, Züge und Busse zwischen Karlovy Vary (Karlsbad), Bayreuth, Lichtenfels, Gera, Zwickau, Plauen und Hof nutzen kann, könnte es ein Mehrtagesticket oder Teilnetz-Tickets geben.“ Das gedruckte Fahrplanbuch kann durch bessere Nutzung moderne Kommunikationstechnik wie iPhone-Apps ergänzt werden.
Besonders wichtig ist, den Vertrieb des EgroNet-Tickets bei Mitgliedern und Verkehrsunternehmen zu verbessern. Denn im Bericht der AG Tarif wurde konstatiert, dass im vergangenen Jahr insgesamt 38.325 EgroNet-Tickets (in Deutschland reichlich 25.000, in Tschechien 13.087) verkauft wurden. Das sind 10 Prozent weniger als 2009. Die meisten Tickets wurden von den Eisenbahnen (86 Prozent) verkauft.
Gleichzeitig beschlossen die Mitglieder, den Preis für ein EgroNet-Ticket von 15 auf 16 Euro ab 1. Januar 2011 zu erhöhen. Dahinter steht die Versicherung der Deutschen Bahn, ab Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres wieder Züge mit Neigetechnik einzusetzen. In Tschechien kostet das EgroNet-Ticket seit 1.1.2010 einheitlich 150 Kronen, daran wird sich im kommenden Jahr nichts ändern
(Pressemeldung VVV GmbH Auerbach, 13.10.10).

02.10.2010
„Höllentalbahn ist nicht entwidmet“

FRANKENPOST: Der Vorsitzende Fritz Sell von der Initiative Höllennetz freut sich über die Unterstützung für den Lückenschluss zwischen Marxgrün und Blankenstein durch den Regionalen Planungsverband. Sell widerspricht den Aussagen von Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn (DB).
Herr Sell, welchen Eindruck haben Sie von der „Strategie-Konferenz Schiene“ des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost zu der von Ihnen geforderten Höllentalbahn gewonnen?
Ich war überrascht und sehr erfreut, dass sich in der „Hofer Erklärung“ alle Vertreter aus Politik und Wirtschaft für diesen Lückenschluss ausgesprochen haben.
Wie empfanden Sie die Haltung des bayerischen Bahn-Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel?
Obwohl die DB im Fragenkatalog des Regionalen Planungsverbandes um eine Stellungnahme zu diesem Lückenschluss gebeten worden war, ging Josel im Vortrag, den er stellvertretend für Bahnchef Grube hielt, mit keinem Wort darauf ein.
Wie beurteilen Sie die Stellungnahme Josels auf Nachfrage aus dem Gremium zur Höllentalbahn?
Josel hat behauptet, die Höllentalbahn sei entwidmet, der Lückenschluss komme einem Neubau gleich und die Strecke sei nicht wirtschaftlich zu betreiben. Das mit der Entwidmung ist definitiv falsch. Die Fachhochschule Erfurt hat ein Gutachten zur Höllentalbahn erarbeitet, das im November vorgestellt werden soll. Bei Beginn der Untersuchung vor eineinhalb Jahren war die Strecke definitiv noch nicht als Eisenbahn-Infrastruktur entwidmet. Bei einem Entwidmungs-Verfahren müssen die angrenzenden Kommunen angehört werden. Das hätten wir von der Initiative Höllennetz mitbekommen.
Was sagen Sie zum Argument der Unwirtschaftlichkeit?
Die DB Netz betreibt als Infrastruktur-Unternehmen die Strecken nach Bad Steben und Blankenstein über die Trassen-Entgelte wirtschaftlich, denn sonst hätte sie diese Strecken schon abgegeben. Somit müssten also auch die wenige Kilometer dazwischen wirtschaftlich zu betreiben sein, zumal es dann zwischen Saalfeld und Hof insgesamt mehr Zugverkehr geben würde. Ich könnte mir denken, dass die DB ihre eigenen Güterverkehre sichern möchte. Wenn das südostthüringische Holzkompetenzzentrum mit einem Frachtaufkommen von jährlich sechs Millionen Tonnen auf zwei Schienenwegen zu erreichen wäre, könnte ein privates Eisenbahnverkehrs-Unternehmen den Güterverkehr leichter übernehmen. Ich denke, dass die Situation anders wäre, wenn wir einen freien, unabhängigen Netzbetreiber hätten.
Das Gespräch führte Werner Rost

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1346064

01.10.2010
ELEKTRIFIZIERUNG Kein Konsens mit der Bahn

FRANKENPOST Werner Rost
Verschiedene Prioritäten setzen die Bahn (DB) und die Politiker der Region bei der Fortsetzung der Elektrifizierung südlich von Hof. In ihrer „Hofer Erklärung“ fordern die Politiker einen zügigen gleichrangigen Ausbau nach Nürnberg und Regensburg.
Hof – Die 160 Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben sich gestern in Hof bei der „Strategie-Konferenz Schiene“ des Planungsverbandes Oberfranken-Ost verärgert über die kurzfristig Absage von Bahnchef Rüdiger Grube gezeigt. 17 Stunden vor dem Termin ließ Grube mitteilen, dass er wegen des Besuchs des Emirs von Katar zur Bundeskanzlerin Angela Merkel bestellt worden sei, um über den Aufbau eines Schienennetzes im Emirat mit Hilfe der DB und der deutschen Wirtschaft zu beraten.
Nur in einem Punkt waren sich die Konferenz-Teilnehmer mit Grubes Vertreter, dem bayerischen DB-Konzernbeauftragten Klaus-Dieter Josel, einig: Gemeinsam fordern sie, dass der Bund die Mittel für die Schienen-Infrastruktur aufstocken muss und dass die Elektrifizierung im „großen weißen Fleck“ in Nordostbayern eine höhere Priorität erhalten muss.
Josel machte mit dem Vergleich der Schienen-Infrastruktur-Investitionen deutlich, dass sich Deutschland in Zukunft „abkoppeln“ werde. Er zitierte aus der Statistik über die Pro-Kopf-Investitionen. Demnach wurden 2008 in der Schweiz 284 Euro pro Bürger ins Schienennetz investiert, 205 Euro in Österreich und 105 Euro in den Niederlanden. Deutschland rangiere mit 47 Euro pro Einwohner noch hinter Italien mit 60 Euro. Der bayerische Bahnchef zitierte eine Forderung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmer nach Aufstockung der Bundesmittel von 1,2 auf 1,8 Milliarden Euro jährlich. „Der Bundesverkehrswegeplan ist seit Jahren chronisch unterfinanziert“, pflichtete ihm die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger (SPD) bei.
Wie bereits vor drei Wochen hielt Josel ein Plädoyer für eine vorrangige Elektrifizierung der Strecke nach Regensburg. Die DB benötige für die „Seehafen-Hinterlandverkehre“ eine zusätzliche Nord-Süd-Achse. Die Strecke über Hof und Regensburg bezeichnete er als idealen „Bypass“.
Josel gab zu erkennen, dass die DB nach Fertigstellung der Elektrifizierung zwischen Hof und Reichenbach ab Ende 2013 zwar elektrische Züge zwischen Hof und Leipzig einsetzen werde, dass auf der Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg, Hof und Dresden aber weiterhin Diesel-Neigetechnikzüge fahren werden, um umsteigefreie Verbindungen anbieten zu können. Nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke nach Erfurt im Jahre 2017 werde die Fahrt mit ICE-Zügen von Nürnberg über Erfurt nach Dresden drei Stunden 15 Minuten dauern. Dagegen seien auf der Franken-Sachsen-Magistrale mit einer Fahrzeit von vier Stunden 15 Minuten nur Regionalzüge sinnvoll.
Mit dem Motto „Das eine sofort machen und das andere nicht lassen“ bekannte sich Josel auch zur Elektrifizierung nach Nürnberg. Die DB werde in den kommenden Jahren die Bahnbrücken im Pegnitztal unter Berücksichtigung einer späteren Elektrifizierung sanieren. Wie bereits vor drei Wochen bestätigte Josel, dass die Neigetechnikzüge VT 612 zum Fahrplanwechsel im Dezember wieder bogenschnell fahren werden.
„Diese Züge sind eine Katastrophe. Das sind die schlimmsten Züge, die wir jemals in unserer Gegend hatten“, schimpfte der ehemalige Landtagsabgeordnete Albrecht Schläger (SPD), der dafür einen kräftigen Applaus erhielt. „Die Tschechen bauen und bei uns tut sich gar nichts“, sagte Schläger zur Strecke zwischen Nürnberg, Marktredwitz, Eger, Pilsen und Prag. Die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder forderte den Freistaat Bayern auf, die Planungen für den Ausbau vorzufinanzieren. Vladimir Maly vom Bezirk Karlsbad erklärte, dass die Arbeiten in Tschechien weitergehen und widersprach damit den von Josel zitierten Gerüchten über einen Baustopp. Zumindest für diese Linie wollte Josel die Wiedereinführung eines Fernverkehrsangebotes nicht ausschließen. „Derzeit ist der DB-Fernbus zwischen Nürnberg und Prag schneller“, erklärte er.
Lückenschlüsse im Netz
„Wir möchten mehr mit der Bahn transportieren“, betonte Geschäftsführer Leonhard Nossol von der ZPR Blankenstein, der für die holzverarbeitenden Betriebe in Südost-Thüringen sprach. Die Teilung Deutschlands habe Wunden ins Bahnnetz geschlagen, die es zu heilen gelte. Konkret sprach Nossel damit die Höllentalbahn und die Strecke Selb – Asch an. Eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sei nur durch diese Lückenschlüsse möglich. Der Landtagsabgeordnete Peter Meyer (Freie Wähler) forderte, diese Lücken schnell zu schließen. „Im Vergleich zu Stuttgart sind das Peanuts“, betonte Meyer, der für diesen Kommentar viel Applaus erhielt.
Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner drängte zu einer Resolution des Planungsverbandes, die der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner formulierte. Demnach fordert der Planungsverband, an der gleichrangigen Elektrifizierung der Strecken nach Nürnberg und Regensburg sowie an den beiden Lückenschlüssen festzuhalten.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1345276

 

30.09.2010
BAHNLINIE SELB – ASCH
Druck über den Landtag

Andreas Godawa FRANKENPOST
Die Interessengemeinschaft BaCH macht weiter Druck für die Bahnlinie nach Asch. Nun sollen auch die Landtagsfraktionen der Freien Wähler und der SPD eingeschaltet werden.
Selb – Das Ringen um den Lückenschluss der Bahn zwischen Selb-Plößberg und Asch geht weiter. In einem Pressegespräch macht der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bahn Cheb-Hof (IG BaCH), Dr. Klaus von Stetten, deutlich, dass die Region diese zukunftsweisende Bahnverbindung unbedingt braucht. „Wir haben bereits die Landtagsfraktionen der Freien Wähler und der SPD eingeschaltet, um voran zu kommen“, so der Vorsitzende. Unterstützung erhält er dabei von Rudi Kirschneck, Vorsitzender der Selber SPD.
Die Argumente der Interessengemeinschaft Erkersreuther Bürger gegen den Bahnlinienbetrieb (wir berichteten) will von Stetten so nicht gelten lassen. Zum einen habe die Bahnlinie seit 1865 bestanden, der letzte Zug sei 1995 gefahren, die Häuser also während des Betriebs gebaut worden. Zum anderen habe die Bahn in den nie angefochtenen Baugenehmigungsbescheid für die zuletzt gebauten Häuser folgenden Passus aufnehmen lassen: „Eventuelle Einwirkungen aus dem benachbarten Eisenbahnbetrieb sind durch den Bauherren entschädigungslos zu dulden.“
Außerdem gehe es bei einem Lückenschluss primär um den Personenverkehr. Natürlich sei Güterverkehr auf dieser Strecke eine Option, „aber auf tschechischer Seite ist dies überhaupt kein Thema“. Und selbst falls wieder Güterzüge fahren sollten, seien die mit den früheren Modellen nicht zu vergleichen, vor allem, was eine mögliche Lärmbelästigung angehe. Den Vorschlag eines getakteten Busverkehrs zwischen Selb und Asch hält er für „unsinnig“. Das viele Umsteigen mache eine solche Verbindung uninteressant für die Fahrgäste.
Außerdem, so von Stetten weiter, gehe es grundsätzlich um den Fortbestand des Bahnanschlusses nach Selb. Wenn kein Lückenschluss erfolge, könne man darauf warten, dass auch die Verbindung Hof-Selb stillgelegt werde. Die momentane Zahl der Bahnbenutzer auf dieser Strecke sei indiskutabel, räumt der Vorsitzende ein. Das liege aber daran, dass die Strecke in Selb ende. Diese Zahlen werden nach seiner Auffassung stark ansteigen, was auch das neueste Gutachten der bayerischen Eisenbahngesellschaft belegt. „In unserer gegenwärtigen Situation gibt man doch eine bestehende Infrastruktur nicht auf.“
Auch für Reinhard Steeger, der den Fichtelgebirgsverein in der IG BaCH vertritt, ist ein Lückenschluss die große Chance für einen verbesserten Erlebnistourismus von Bad Steben über das Porzellanikon in Selb-Plößberg bis nach Asch und das tschechische Bäderdreieck. Außerdem würde ein gut ausgebauter Haltepunkt in Selb-Plößberg die Initiativen des Projektes „Soziale Stadt“ dort unterstützen.
Natürlich reiche es nicht, die Bahnverbindung wieder zu bauen. Für Kirschneck, Steeger und von Stetten müssen dann auch entsprechende Konzepte für Urlauber und Touristen erarbeitet und umgesetzt werden. Für Kirschneck wäre besonders eine engere Verbindung mit der direkten Partnerstadt Asch wünschenswert.
Das von den Gegnern ins Feld geführte Kostenargument ist für von Stetten nicht stichhaltig. Denn von den Gesamtkosten (siehe Infokasten) würden für die Stadt lediglich rund drei Prozent übrig bleiben. „Und das ohne Folgekosten.“ Bei anderen städtischen Vorhaben nehme man einen Eigenanteil von 20 Prozent gerne in Kauf, so der Selber Stadtrat. Und mit dem Lückenschluss hätte die Stadt eine Wertschöpfung direkt vor der Haustür.
Nach Angaben von Dr. Klaus von Stetten ergeben sich für einen Lückenschluss der Bahn zwischen Selb-Plößberg und Asch folgende Kosten. Insgesamt würde das Projekt 7,65 Millionen Euro kosten. Davon könnten von der EU 3,8 Millionen aus dem EFRE-Programm kommen, weitere drei Millionen habe die DB zugesagt. Übrig blieben 800 000 Euro, die sich die Landkreise Hof und Wunsiedel sowie die Städte Hof, Selb, Schönwald und Rehau teilen müssten.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1344303

 

29.09.2010
Neue Konzepte für die Schiene
FRANKENPOST Werner Rost

Bahn-Chef Rüdiger Grube wird morgen in Hof im Rahmen der „Strategiekonferenz Schiene“ einen 23-teiligen Fragenkatalog beantworten. Die Politiker der Region hoffen auf eine Weichenstellung für die weitere Elektrifizierung.
Hof / Marktredwitz – Der Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Klaus-Dieter Josel, hat bereits bei der Tagung des Verkehrsverbandes für Nordostbayern am 9. September Einblick in die langfristigen Planungen der DB gewährt (wir berichteten). Dennoch erwarten die Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Ausführungen des obersten deutschen Bahn-Chefs mit großer Spannung. Josel hatte vor drei Wochen erklärt, dass die DB im Hinblick auf eine dringend benötigte weitere Nord-Süd-Achse für den Güterverkehr eine frühzeitige Elektrifizierung der Strecke von Hof nach Regensburg befürworte. Das Bundesverkehrsministerium bewerte bis zum Herbst die Schienenprojekte für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans neu, erklärte Josel.
Deshalb möchte der Hofer Oberbürgermeister und Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost nun von Bahn-Chef Grube erfahren, wie sich „aus Sicht der DB die Ergebnisse dieser Fortschreibung darstellen“. Wie berichtet, ist bislang die weitere Elektrifizierung der Strecke von Hof nach Nürnberg im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten, während ein entsprechender Ausbau nach Regensburg lediglich in einer Fußnote als weiteres Projekt verankert ist.
Der Planungsverband möchte in diesem Zusammenhang von der DB erfahren, wann mit einer Elektrifizierung der Strecke nach Regensburg zu rechnen ist, welche Steigerungsrate im Güterverkehr erwartet wird und wie der notwendige Lärmschutz finanziert werden soll.
Eine zentrale Rolle im Fragenkatalog des Planungsverbandes spielt die künftige Entwicklung der Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg, Marktredwitz / Bayreuth, Hof und Dresden. Grube wird um eine Stellungnahme gebeten, in wieweit eine Verlängerung nach Stuttgart, Karlsruhe oder München nach Süden sowie in der Gegenrichtung nach Görlitz/Breslau/Krakau oder nach Leipzig/Berlin geplant ist.
Angesichts der bis 2013 abgeschlossenen Elektrifizierung zwischen Hof und Reichenbach wird Grube um Auskunft gebeten, wie die DB künftig den Personenverkehr auf der Magistrale gestalten will, ob wieder Fernverkehrszüge angeboten werden, ob die DB Zweisystemzüge mit Neigetechnik beschaffen will und wie die Strecke nach Nürnberg unter Einbindung Bayreuths elektrifiziert werden kann.
In einer weiteren Anfrage möchte der Planungsverband wissen, ob die DB nach Abschluss der Bauarbeiten auf tschechischer Seite die Wiederaufnahme des Fernverkehrs zwischen Nürnberg, Marktredwitz und Prag plant. Abschließend wird Grube um eine Stellungnahme zum geforderten Lückenschluss im Schienenverkehr zwischen Hof und Eger sowie über die Höllentalbahn zwischen Hof und Saalfeld gebeten.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1343358

„Innovative Technik muss auf die Gleise“

Der Bundesvorsitzende Karl-Peter Naumann vom Verband „Pro Bahn“ fordert eine vorrangige Elektrifizierung der Strecke nach Regensburg. Von der Bahn AG fordert er mehr Service für die Reisenden.
Herr Naumann, welche Strecke sollte südlich von Hof vorrangig elektrifiziert werden?
Die Strecke von den Nordseehäfen über Leipzig, Hof und Regensburg nach Österreich soll eine wichtige Güterverkehrs-Trasse werden. Das ist ein wichtiges Projekt, das jetzt schnell angegangen werden muss.Welche Vorteile hätten die Fahrgäste im Personenverkehr davon?
Wenn eine Strecke für den Güterverkehr ertüchtigt wird, profitiert davon auch der Regionalverkehr. Dazu muss die Strecke für vernünftige Geschwindigkeiten ausgebaut werden.
Wie sollte man den Bahnverkehr auf der Franken-Sachsen-Magistrale nach Nürnberg weiterentwickeln?
Eine Elektrifizierung nach Nürnberg ist wegen der Tunnel schwierig. Dort könnte man künftig mit Zweisystem-Fahrzeugen fahren. Auf der Messe Innotrans sind heuer im Lokomotiv-Bereich einige Zweisystem-Fahrzeuge präsentiert worden. Ich denke, die Entwicklung wird in diese Richtung weitergehen. Dem Elektromotor ist es egal, woher er seinen Strom erhält. Der Strom kann aus der Oberleitung, aus einem Dieselgenerator oder aus Brennstoffzellen kommen. Als Fahrgast würde es mich nicht stören, wenn ich mit Akkus oder mit Brennstoffzellen oder dieselgetrieben von Nürnberg nach Marktredwitz oder über Bayreuth und Münchberg fahre und anschließend elektrisch unter der Oberleitung weiter in Richtung Dresden. Das gleiche würde sich auch auf der Linie Würzburg – Hof anbieten. Mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen könnte man innovative Technik auf die Gleise holen, denn höhere Gewichte sind hier, anders als auf der Straße, kein Problem. Man könnte Wasserstoff verbrennen und diesen entlang der elektrifizierten Abschnitte wieder erzeugen.
Wie denken Sie über die Pläne für einen Lückenschluss zwischen Hof und Eger durch die Reaktivierung des Abschnittes Selb – Asch?
Man muss etwas tun, damit der grenzüberschreitende Verkehr attraktiver wird. Derartige Strecken sind notwendig, wenn Europa zusammenwachsen soll. Deshalb müssen wir die Strecken Selb – Asch, Marktredwitz – Eger und die Strecke über Furth im Wald auf einen vernünftigen Standard bringen.
In jüngster Zeit beschweren sich viele Reisende, dass bei der Zugteilung in Neuenmarkt-Wirsberg keine Durchsagen mehr auf dem Bahnhof stattfinden. Ist es nicht absurd, dass der Fahrdienstleister nicht mehr über die Zugteilung informieren darf, weil er bei DB Netz arbeitet und die Ansagen Aufgabe von DB Station & Service sind?
Das liegt an der Struktur der DB, die ein ungeheueres Zuständigkeits-Wirrwarr hat. Wenn man kundenorientiert wäre, würde man Durchsagen und die Züge vernünftig beschriften. Wo Züge geflügelt werden, muss die Information prinzipiell optisch und akustisch erfolgen.
Seit der Gründung der DB AG sind viele kleinere Stationen nicht mehr besetzt. Vielerorts erfährt man nichts von Verspätungen oder Zugausfällen. Wie sollte man das Ihrer Ansicht nach verbessern ?
Im Service-Programm der DB sind Verbesserungen angekündigt. Viele kleine Bahnhöfe sollen mit einer optischen Anzeige ausgestattet werden, die über Verspätungen informieren sollen. Wenn diese Anzeigen funktionieren, ist dies ein adäquater Ersatz. Eine ständige optische Anzeige ist sogar besser als eine einmalige Durchsage. An Stationen mit mindestens 100 Ein- und Aussteigern täglich braucht man so etwas unbedingt.
Das Gespräch führte Werner Rost

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1343357

25.09.2010
Höllentour – mit der Bahn von Blankenstein nach Marxgrün

Karte: Stefan Weinrich
Der Wettergott ist wohl kein Freund der Höllentalbahn, pünktlich zum Start der Wanderung ab Haltepunkt Marxgrün entlang der Trasse durch das Höllental begann der Nieselregen und begleitete uns den ganzen Tag. Dies tat jedoch der guten Stimmung der fast 40-köpfigen Reisegruppe keinen Abbruch, die Wanderergruppe traf pünktlich zur Anfahrt von Geschäftsführer Nossol und Dr. Rennert von ZPR standesgemäss per Werklok im Bahnhof Blankenstein ein.
Nach kurzer Begrüssung durch Bürgermeister Kalich, Blankenstein und Pressepräsenz OTZ startete die Fahrt unter Pressebegleitung von Werner Rost, FRANKENPOST im gut gefüllten BR 641 032 nach Saalfeld. Sehr schnell entwickelten sich lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche nicht nur zum Thema Höllentalbahn. Mit an Bord waren unter anderen vielen Anhängern des Projekts zwei Eisenbahnassistenten der königlich preußischen Eisenbahnverwaltung K.P.E.V. und:
Karl-Peter Naumann, Bundesvorstand des Fahrgastverbandes PRO BAHN
MdL th. Michaele Sojka
MdL th. Siegfried Wetzel
Bürgermeister Frank Stumpf, Naila
Im Bahnhof Unterlemnitz wurde unter Leitung von Heiko Weinert eine Plakatkundgebung pro Höllentalbahn organisiert.
Grussworte oder Statements wurden von Bürgermeisterin Elke Beyer, Lichtenberg, MdL bay. Peter Meyer, MdB Dr. Anton Hofreiter und MdB Dr. Hans-Peter Friedrich verlesen.
Auf den Umsteigehalten im Bahnhof Saalfeld kamen Bernd Leidel, Abgeordneter der Stadt Saalfeld, MdB Carola Stauche und MdL Siegfried Wetzel zu Wort und im Bahnhof Gera sprach Volker Leffer, Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera, das Schlusswort in Marxgrün nach 5 1/2 Stunden Bahnfahrt für 5 1/2 Kilometer Entfernung sprach Karl-Peter Naumann.
Alle Teilnehmer und Redner waren sich einig, dass die Höllentalbahn aufgrund der vorliegenden Argumente schon längst hätte wieder verkehren müssen und gerade deshalb gemeinsame, weitere Anstrengungen für dieses Projekt unternommen werden müssen.
Die in Blankenstein zugestiegenen Teilnehmer wurden anschliessend in Kleinbussen wieder nach Thüringen gebracht.

Fahrgäste unternehmen „Höllentour“
FRANKENPOST Werner Rost

Mit einer 200 Kilometer langen Bahnfahrt von Blankenstein ins sechs Kilometer entfernte Marxgrün weist der Verein „Initiative Höllennetz“ auf den enormen Umweg über Saalfeld und Gera hin. Viele Politiker unterstützen die geforderte Reaktivierung der Höllentalbahn.
Marxgrün / Blankenstein – Mit dieser „Höllentour“ hat die Initiative Höllennetz unter Vorsitz von Fritz Sell ein weiteres Mal für den Lückenschluss zwischen Bayern und Thüringen geworben. Der Vorsitzende brachte während der Rundfahrt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die ablehnende Haltung des früheren Bahnchefs Mehdorn gegenüber der Höllentalbahn unter dessen Nachfolger Rüdiger Grube wandeln könnte. „Ich werde auf jeden Fall an der Strategiekonferenz Schiene des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost am 30. September in Hof teilnehmen“, versicherte Sell.
Während der fünfeinhalbstündigen Bahnfahrt von Blankenstein nach Marxgrün wurde in den fahrplanmäßigen Zügen sowie auf den Bahnhöfen rege diskutiert. Leonhard Nossol, der Geschäftsführer der Zellstoff-Fabrik „ZPR Rosenthal“, ließ sich von einer Werkslok zum Blankensteiner Bahnhof fahren. „Ich will direkt und umweltfreundlich von Blankenstein via Marxgrün nach Hof“ stand auf einem zwei mal fünf Meter großen Transparent an der Lok. Doch weil dies seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht möglich ist, mussten die Befürworter der Höllentalbahn eine lange Rundreise durch Ostthüringen und durchs Vogtland unternehmen.
Am Bahnhof in Unterlemnitz demonstrierten 20 Einwohner für den Lückenschluss nach Marxgrün. Dort stieg Karl-Peter Naumann aus Hamburg zu, der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“. Sell begrüßte zahlreiche Politiker an Bord. Aus dem Kreis Hof nahmen der Nailaer Bürgermeister Frank Stumpf, die Kreisrätin Nanne Wienands (Die Grünen), der Gemeinderat und oberfränkische Pro-Bahn-Sprecher Ernst Egelkraut sowie Herbert Pittroff in Vertretung des FDP-Kreisverband-Vorsitzenden Christian Joachim teil. Sell übermittelte Grüße der Bundestags-Abgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) und Dr. Anton Hofreiter (Die Grünen), des Landtagsabgeordneten Peter Meyer (Freie Wähler) und der Lichtenberger Bürgermeisterin Elke Beyer (SPD), die aus terminlichen Gründen an der Fahrt nicht teilnehmen konnten.
Mit an Bord waren die thüringischen Landtagsabgeordneten Siegfried Wetzel (CDU) und Michaele Sojka (Die Linke), die beide aus Schleiz stammen. „Herr Mehdorn hatte die irre Absicht, die Bahn an die Börse zu führen, die jetzt hoffentlich nicht mehr besteht“, sagte Sojka. „Da kann man wieder an den öffentlichen Auftrag der Bahn denken, dass man das Netz in der Fläche erhält“, forderte Sojka.
Auf dem Bahnhof Saalfeld bekräftigten die CDU-Bundestagsabgeordnete Carola Stauche und der Saalfelder Bauamtsleiter Bernd Leidel in Vertretung des Bürgermeisters ihre Unterstützung für die Höllentalbahn. Auf dem Bahnhof Gera sagte Volker Leffer von der „IHK Ostthüringen zu Gera“, dass die IHK Maßnahmen unterstütze, um die Standortbedingungen der Unternehmen zu verbessern. „Die Verkehrs-Infrastruktur ist eine wichtige Standortbedingung“, betonte Leffer. Nach der Vorstellung der Potential-Studie zur Höllentalbahn am 24. November werde die IHK den „Stab für weitere Handlungen an den Bund und an die Ländern weiterreichen.“
Während der letzten Etappe nach Marxgrün überreichte Sell an Nanne Wienands und Klaus-Peter Naumann je eine original Schienenschraube der Höllentalbahn. „Auch wenn das Gewinde mittlerweile rostig ist, permanentes Ölen und Drehen erhöht den Druck“, stand auf den angefügten Etiketten. Naumann machte der Initiative Mut und ermunterte Sell, hartnäckig zu bleiben. Wenn die Arbeiten an der Höllentalbahn in fünf Jahren beginnen sollten, wolle er gerne wiederkommen, sagte er zum Abschied.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter: http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1341631

„Spar-Potenzial lässt sich nutzen“

Der Bundesvorsitzende Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ empfiehlt für die Reaktivierung der Höllentalbahn einen privaten Infrastruktur-Betreiber. Er fordert dazu Zuschüsse, wie sie die Deutsche Bahn vom Bund erhält.
Herr Naumann, wie sehen Sie die Chancen für die Wiederherstellung des sechs Kilometer langen Gleises von Marxgrün nach Blankenstein?
Die Chancen sind so schlecht nicht. Auch wenn zurzeit einzelne Lokalpolitiker dagegen wettern. Der Druck, Güter auf die Schiene zu verlagern, gerade jetzt Holz und Papier, ist doch massiv. Wir werden es uns in Zukunft gar nicht leisten können, alles auf der Straße zu fahren. Wir brauchen die Schiene.
Welche Bedeutung hätte die Höllentalbahn angesichts des Ausbaus einer neuen Nord-Süd-Achse über Hof?
Wenn die große Güterverkehrsachse von Norddeutschland über Leipzig, Hof und Regensburg nach Südost-Europa ausgebaut sein wird, in diesem Moment wäre die Höllentalbahn eine ideale Zubringerstrecke zu einer europäischen Güterverkehrsmagistrale. Wenn man die Höllentalbahn erst einmal für den Güterverkehr gebaut hat, ist ein Personenverkehr ohne große Mehrkosten möglich.
Welches Konzept schlägt der Fahrgastverband „Pro Bahn“ für einen Personenverkehr auf der Höllentalbahn vor?
Ich kann mir gut vorstellen, dass man dann mit einem zweiteiligen Triebwagen von Hof nach Marxgrün fährt. Von dort fährt dann der eine Teil weiter nach Bad Steben und der andere nach Blankenstein. Da gibt es interessante Verkehrskonzepte, die nicht sehr viel Geld kosten. Man muss es eben wollen. Und man muss sich überlegen, wer so etwas baut.
Es ist aus Ihrer Sicht also nicht unbedingt nötig, dass die Deutsche Bahn die Infrastruktur wieder aufbaut und betreibt?
Wir haben viele Beispiele in Deutschland, bei denen nicht bundeseigene Eisenbahnen Infrastruktur-Unternehmen sind, wie in Thüringen die Thüringer Eisenbahn GmbH oder die AKN Eisenbahn AG in Schleswig-Holstein. Diese haben gezeigt, dass sie regionale Bahnstrecke deutlich günstiger bauen können als die Deutsche Bahn. Dieses Spar-Potenzial kann man nutzen.
Wieso sind private Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber günstiger als die Deutsche Bahn?
Wenn man sich erst jede Schraube in Berlin genehmigen lassen muss, dann kostet das zusätzlich Geld. Und für die kleineren Stationen, wie in Hölle oder Marxgrün, müsste kein so großer Aufwand betrieben werden mit Fußgängertunnel oder Aufzug.
Zurzeit erhält nur die Deutsche Bahn Bundeszuschüsse für den Ausbau der Infrastruktur. Fordert „Pro Bahn“ derartige Bundesmittel auch für den privaten Gleisbau?
Ja, unbedingt, das muss sein. Das ist auch eine Forderung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der „Allianz pro Schiene“. Wir werden sonst die Mengen im Güterverkehr nicht abfahren können, wenn nicht die Infrastruktur von nicht bundeseigenen Eisenbahnen dazukommt.
Das Gespräch führte Werner Rost

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter: http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1341632

Jährliche Entlastung um 30 000 Lastwagen

FRANKENPOST Werner Rost
Marxgrün / Blankenstein – Der Hofer CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich hat in einem Schreiben an Fritz Sell von der Initiative Höllennetz den Sachstand zur Höllentalbahn erläutert. Wie Friedrich bekannt gibt, stellt die Fachhochschule Erfurt am 24. November das Gutachten „Untersuchungen der Verkehrsverhältnisse für den Personen- und Güterverkehr entlang der Höllentalbahn“ vor. Dieses Gutachten zeige die Potenziale eines Lückenschlusses auf. „Diese Untersuchung sieht ein Verlagerungspotenzial im Bereich des Schienengüterverkehrs von rund 750 000 Tonnen pro Jahr“, gibt Friedrich vorab bekannt. Dies bedeute eine Entlastung des Straßennetzes um jährlich 30 000 Lastkraftwagen. Ein besonderes Gewicht erhalte die Untersuchung dadurch, dass sie auf einer Unternehmensbefragung beruhe, also im Ergebnis auf dem Kundenkreis, der wichtig für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Bahnstrecke sei. Offen bleibe, inwieweit diese Untersuchung die Deutsche Bahn (DB) anregen werde, ihre eigenen Position zu überdenken, schreibt Friedrich angesichts der bislang ablehnenden Haltung der DB.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1341630

 

Höllentalbahn im Vergleich mit „Stuttgart 21“

FRANKENPOST Werner Rost
Marxgrün / Blankenstein – Viel Applaus hat bei der fünfeinhalbstündigen Bahnfahrt von Blankenstein nach Marxgrün ein Grußschreiben des Bundestagsabgeordneten Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90 / Die Grünen) erhalten. Hofreiter, der sich bereits im Juli 2006 persönlich ein Bild von der Situation vor Ort gemacht hatte, schrieb der Initiative Höllennetz: „Auf Ihrer Homepage stellen Sie selber den geschätzten 15 Millionen Euro für die gesamte Strecke die 21 Millionen Euro eines einzigen Kilometers der Neubaustrecke München – Nürnberg gegenüber. Ich möchte das Rechenexempel gern noch weiter führen: Die 15 Millionen könnte man auch den mittlerweile seriös geschätzten 15 Milliarden für Stuttgart 21 und die Strecke Ulm-Wendlingen gegenüberstellen. Da bleibt zu bezweifeln, ob der Nutzen für ,S 21′ denn auch wirklich 1000 mal größer ist – und ich wage zu behaupten, die meisten Stuttgarter würden lieber die Strecke von Blankenstein nach Marxgrün reaktivieren.“ Hofreiter kritisierte es als „blamabel“, dass sich die Wiedervereinigung zwei Jahrzehnte später nur auf Großprojekte auswirke. „Gerade die kleinen Gemeinden sind Nachbarn geworden“, gibt der Bundestagsabgeordnete zu bedenken. Er wünscht Vorsitzendem Fritz Sell und seinen Mitstreitern von der Initiative Höllennetz weiter „viel Hartnäckigkeit“. Hofreiter schloss sein Schreiben mit den lobenden Worten ab: „Ich freu mich immer wieder über solche engagierten Initiativen, die mit Ideen und Kreativität für interessante Projekte eintreten.“

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1341629

Von Blankenstein über Saalfeld nach Marxgrün: „Höllentour“ über 100 statt über 5,5 Kilometer

OTZ Blankenstein/Saalfeld von Peter Hagen und Thomas Spanier
Die Sitzplätze reichen nicht aus, als Samstag, 10.42 Uhr, der Personenzug den Bahnhof Blankenstein verlässt. Rund 40 zusätzliche Fahrgäste folgen der Einladung der Verkehrsinitiative Höllennetz, um demonstrativ mit der Bahn den Weg ins 5,5, Kilometer entfernte Marxgrün zurückzulegen.
Das bedeutet derzeit einen über 100 km langen Umweg über Saalfeld , Gera und Hof, weil trotz 20 Jahre deutscher Einheit der Lückenschluss bei der Höllentalbahn noch nicht wieder hergestellt ist. Dass die Bahnstrecke Triptis-Marxgrün einst von der Königlich-Preußischen Eisenbahnverwaltung gebaut worden war, daran erinnern Torsten Willer und Bernd Herzog , die in historischer Bahnuniform in Unterlemnitz zusteigen.
Mündliche Unterstützung zur Aktion kommt beim Umsteigehalt in Saalfeld von der Bundestagsabgeordneten Carola Stauche (CDU) und Saalfelds Baudezernent Bernd Leidel . Er erinnerte daran, dass es bereits vor sieben Jahren eine ähnliche Aktion gegeben habe, der Erfolg aber auch nach 20 Jahren Deutscher Einheit ausbleibe. „Die Argumente sind nachvollziehbar“, sagt Stauche zum Ergebnis einer Studie, die die Verlegung von jährlich 30.000 Lkw-Touren auf die Bahnstrecke prognostiziert, sollte auf bayerischer Seite das auf 5 km fehlende Gleis wieder gelegt werden. Verbessern würde sich zudem die Nahverkehrsanbindung des ländlichen Raumes zwischen Saalfeld und Hof, was auch für den Tourismus neue Potenziale erschließen könnte, so Stauche.
Bis zu 80 Prozent EU-Förderung für das Vorhaben im zweistelligen Millionenbereich stünden in Aussicht, würden Bahn, Länder und Wirtschaft eine Einigung erzielen. Das soll jetzt auch auf die Tagesordnung gesetzt werden, wenn am kommenden Donnerstag in Hof eine Strategiekonferenz Schiene des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken Ost stattfindet, kündigt Fritz Sell , 1. Vorsitzender der Verkehrsinitiative Höllennetz, an. Am 24. November findet die Präsentation der von der IHK Ostthüringen zu Gera initiierten Studie statt.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Von-Blankenstein-ueber-Saalfeld-nach-Marxgruen-Hoellentour-ueber-100-statt-ue-1724707913

Fotoserie OTZ unter:
http://www.otz.de/web/zgt/multimedia/detail/-/specific/Hoellentour-ab-Blankenstein-873129064

 

24.09.2010
Kalich: Nutzen von Höllentalbahn würde alles überwiegen

von Peter Hagen OTZ LR Lobenstein
Am Sonnabend fahren die Aktivisten pro Höllentalbahn von Blankenstein nach Marxgrün, um die Unsinnigkeit eines fast 100 Kilometer langen Umwegs zu demonstrieren. Auch Blankensteins Bürgermeister Ralf Kalich will die knapp sechs Kilometer lange Direktstrecke endlich wieder ins Leben rufen.
Am Sonnabend fahren Befürworter der Höllentalbahn in Regelzügen von Blankenstein nach Marxgrün. Wird es mit dem neuen Fahrplan hier eine ständige Zugverbindung geben?
Davon ist nicht auszugehen. Denn die Bahnfahrt zwischen den nicht mal sechs Kilometer entfernt liegenden Orten wird momentan noch in der Rekordzeit von sechs Stunden zurückgelegt. Mit dem Zug von Blankenstein nach Marxgrün sind es 20 Jahre nach der deutschen Einheit noch immer deutlich über 100 Kilometer.
Nun reisen ja ohnehin kaum noch Menschen in der Region mit dem Zug. Ist die Höllentalbahn nicht ausschließlich für den Güterverkehr von Interesse?
Ich sehe die Strecke in zweierlei Hinsicht als notwendig an. Vorrangig natürlich für den Transport von Gütern. Es ist ja prognostiziert, dass jährlich bis zu 750 000 Tonnen Wirtschaftsgüter auf der Strecke befördert würden. Das entspricht zirka 30 000 Lkw-Fahrten quer durch Europa , die entfallen könnten. Aber ich sehe auch die Chance, über den Personennahverkehr den Tourismus zu fördern und Entlastung zu schaffen für berufstätige Pendler, die täglich die Landesgrenze passieren, um an ihren Arbeitsplatz in Ostthüringen oder Oberfranken zu kommen.
Sie sind noch nicht lange im Blankensteiner Bürgermeisteramt. Werden Sie bezüglich der Höllentalbahn Kontakt mit oberfränkischen Amtskollegen aufnehmen?
Ich hoffe auf eine massive Unterstützung durch meine Bürgermeisterkollegen in Oberfranken für die Verkehrsinitiative Höllennetz. In den vergangenen Jahren konnte ich mich bereits massiv im Landtag für den Lückenschluss einsetzen und hatte schon von daher viel Kontakt mit Leuten, die die Höllennetz-Initiative unterstützen.
Aber an den Bürgermeistern der Orte, die sich an der Bahnstrecke befinden, wird kein Weg vorbei führen….
Es gibt meinerseits bereits Kontakte zum Bürgermeister von Naila und zur Bürgermeisterin in Lichtenberg . Mir ist kein Amtsträger in den oberfränkischen Kommunen bekannt, der sich gegen die Höllentalbahn ausgesprochen hätte.
Auf der oberfränkischen Seite gibt es trotzdem nicht nur Befürworter entlang der stillgelegten, aber längst noch nicht entwidmeten Bahnstrecke.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Angst vor Lärmbelästigung und auch andere Problematiken hier auftreten. Im 21. Jahrhundert sollte man jedoch technisch in der Lage sein, Geräusche auf ein Mindestmaß zu begrenzen, sodass es sich auch weiterhin an der Bahnstrecke gut wohnen lässt.
Und wie ist die Haltung von Naturschützern, die an der zugewachsenen Bahnstrecke vielleicht seltene Käfer nisten sehen?
Mit Sicherheit muss so ein Projekt ordentlich abgewogen werden. Und mit Sicherheit muss man da auch Rücksicht nehmen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Ich bin der Meinung, dass dies in dem Bereich möglich ist, im Einklang mit der Natur die Bahnlinie wieder zu reaktivieren. Man muss ja hier auch sehen, was für eine Umweltbelastung durch 30 000 Lkw-Fahrten quer durch Europa entsteht. Das muss ins Verhältnis gesetzt werden.
Bei einem Lückenschluss käme erheblich mehr Verkehr aufs Gleis zwischen Bad Lobenstein und Blankenstein . Ist dann der Bahnübergang am Rennsteigsaal noch zeitgemäß?
Die Gemeinde Blankenstein strebt ohnehin eine einvernehmliche Lösung mit der ZPR an. Wenn die Schranken ständig längere Zeit geschlossen wären, würde das natürlich zu verkehrstechnischen Problemen innerhalb der Ortschaft führen. Eine Lösungsvariante, die seitens der Bahn mit Verkehrsinseln, Ampeln usw. vorgeschlagen wurde, ist grundsätzlich nichts Falsches. Doch so, wie es für Blankenstein gedacht war, ist es nicht zu realisieren. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das Projekt zur Umgestaltung des Bahnübergangs von der Bahn bis 2014 verschoben worden. Günstigste Variante aus Sicht der Kommune wäre natürlich, wenn der Schwerlasttransport gar nicht mehr die innerörtlichen Engstellen passieren müsste. In jedem Fall muss auch der Fußgängerverkehr am Bahnübergang aus dem Bereich des Fahrzeugverkehrs herausgenommen und behindertengerecht separat werden.

 

01.09.2010
Erfurter Bahn wird Ostthüringer Dieselnetz betreiben

Für den Schienenpersonennahverkehr über 4,6 Millionen Fahrplankilometer im „Ostthüringer Dieselnetz“ erteilte heute (Montag, 30. August) das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr den Zuschlag an die Erfurter Bahn. In dem Ostthüringer Schienennetz, das auch Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt umfasst, soll im Sommer 2012 für 12,5 Jahre der Betrieb aufgenommen werden.
Das „Dieselnetz Ostthüringen“ umfasst folgende Linien:
• Erfurt – Weimar – Jena – Gera
• Gera – Weida – Zeulenroda
• Leipzig – Zeitz – Gera – Saalfeld
• Saalfeld – Hockeroda – Bad Lobenstein – Blankenstein
• Jena Saalbahnhof – Göschwitz – Orlamünde – Pößneck unterer Bahnhof
• Erfurt – Arnstadt – Rottenbach – Saalfeld
• Weimar – Kranichfeld
• Erfurt – Weimar – Apolda (Einzelzüge)
Ein Ziel der Ausschreibung war, den Fahrgästen trotz enger finanzieller Spielräume ein besseres Angebot zu unterbreiten. Folgende Fahrplanverbesserungen für Ostthüringen konnten erreicht werden:
Zukünftig fahren zwischen Leipzig – Gera – Saalfeld stündlich durchgehende Züge. Die Fahrzeit verkürzt sich auf nahezu allen Linien, z. B. zwischen Leipzig und Saalfeld um bis zu 15 Minuten.
Zukünftig werden durchgehende Verbindungen von Arnstadt über Saalfeld nach Blankenstein angeboten.
Zwischen Weimar und Kranichfeld wird morgens ein 30-Minuten-Takt angeboten.
Die eingesetzten Fahrzeuge werden künftig mit je zwei Mehrzweckbereichen für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder ausgestattet sein. Damit wird die Möglichkeit der kostenlosen Fahrradmitnahme gewährleistet. Auch der aufpreisfreie Fahrkartenerwerb im Zug wird gesichert. Alle Züge werden mit Fahrkartenautomaten ausgerüstet. Der Fahrscheinerwerb wird außerdem an Automaten an den Stationen und in den Reisezentren möglich sein.
In Gera wird eine Kundenkontaktstelle eingerichtet, die dem Reisenden zur Klärung von Beschwerden, Herausgabe von Fundstücken, ÖPNV-Beratung und Bearbeitung seines Kundengarantiefalls zur Verfügung steht. Die Fahrgäste aus der Region können einem Fahrgastbeirat beitreten, um den Kontakt und den Austausch zwischen Unternehmen und Fahrgästen zu verbessern.
Auch bei den Qualitätsanforderungen gehen die beteiligten Aufgabenträger neue Wege. So sollen Qualitätsstandards nicht nur durch die Auftraggeber, sondern auch durch die Kunden selbst gesteuert und kontrolliert werden. Dazu werden mit der Betriebsaufnahme Kundengarantien eingeführt. Die Kundengarantien umfassen die Informations- und Vertriebsgarantie, Sauberkeits-, Antwort- und Einstiegsgarantie.
Mit der Vergabeentscheidung wird es auch in Zukunft kein Lohndumping im SPNV in Thüringen geben, weil das Land eine leistungs- und tarifgerechte Bezahlung von den Eisenbahnen gefordert hat. Die Erfurter Bahn hat entsprechende Tarifverträge mit Eisenbahngewerkschaften abgeschlossen (Pressemeldung Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, 01.09.10).

24.08.2010
Bahn-Chef gibt Startschuss
FRANKENPOST von Jan Fischer
Dem Neubau der Luftbrücke steht nichts mehr im Weg. Die Kostenerhöhung löst aber verärgerte Reaktionen im Stadtrat aus.
Hof – Der Stadt sind die Hände gebunden: Eine Kreuzungs-Vereinbarung mit der Deutschen Bahn AG verpflichtet sie dazu, eine neue Luftbrücke bauen zu lassen. Nur so ist die Elektrifizierung der Bahnstrecken bei Hof möglich. Gegen eine Kostenerhöhung, die sich aus der Ausschreibung ergeben hat, ist die Stadt machtlos. Das wurde in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich (wir berichteten kurz). Nach langer Diskussion fiel das Votum für die höheren Kosten einstimmig aus. Der Eigenanteil klettert um mindestens 122 000 Euro – das aber nur bei einer Zustimmung zum Spitzenfördersatz in Höhe von 90 Prozent.
32 Bewerber hatten die Unterlagen für die Ausschreibung angefordert, zehn Bieter beteiligten sich an der Submission. Das preisgünstigste und damit wirtschaftlichste Angebot lag bei 5,628 Millionen Euro – in der Kreuzungs-Vereinbarung waren die Kosten noch auf 3,93 Millionen Euro geschätzt worden.
Der Beschluss des Stadtrats ist mit einer klaren Missbilligung der Kostenexplosion verbunden. „Wir sind verwundert, dass die Bahn eine derartige Steigerung in Kauf nimmt“, formulierte FAB-Fraktionschefin Gudrun Bruns den Zusatz zur Vorlage. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner sagte zu, dem Bahn-Chef Rüdiger Grube den Unmut aus dem Gremium weiterzugeben. Auch er sei verärgert: „Das ist ein Thema, das mir stinkt.“ Käme es bei der Freiheitshalle zu einer millionenschweren Kostensteigerung – „da möchte ich die Regierung mal sehen“.
Für persönlichen Protest wird sich schon bald eine Gelegenheit bieten: Grube wird am 30. September auf Einladung des regionalen Planungsverbands Oberfranken-Ost – an dessen Spitze Fichtner steht – nach Hof kommen. Nach Auskunft der Bahn ist just am 30. September der Baubeginn für die neue Luftbrücke geplant. Der Vorstandsvorsitzende der Bahn AG wird also voraussichtlich höchstpersönlich den Startschuss für das 5,6-Millionen-Euro-Projekt geben.
Die Tatsache, dass der Zeitplan für den Neubau bereits festgezurrt ist, war auch einer der Gründe, dass der Stadtrat sich gegen eine Absetzung des Tagesordnungspunkts entschied. Die FAB-Fraktion hatte zu Beginn der Sitzung beantragt, das Thema auf den Oktober zu vertagen und erst die Gespräche in Hof mit dem Bahn-Chef abzuwarten.
Doch ein Zögern hätte die Stadt vermutlich viel Geld gekostet. „Es entstehen Nachteile für uns, wenn wir heute nicht beschließen“, sagte der OB. Hinzu komme: „Wie sollen wir politisch in ein Ausschreibungs-Ergebnis eingreifen?“ Viel wichtiger sei es, den 90-prozentigen Zuschuss zu sichern, ergänzte Rainer Kellner (SPD). Es gehe hier nicht nur um den Neubau der Brücke zwischen Bahnhofs- und Münsterviertel, sondern um das Mega-Projekt Elektrifizierung an sich.
Stadtdirektor Franz Pischel machte zudem klar, dass die Stadt die Kreuzungs-Vereinbarung mit der Bahn nicht einseitig kündigen dürfe. Und für den Fall, dass die Stadt die Aufhebung der Ausschreibung beantrage, habe die Bahn angekündigt, dass sie vermutlich Rechtsmittel einlegen werde. Bei einer Verzögerung gehen laut Pischel in der Regel Fördermittel verloren. Wolfgang Fleischer, der Vorsitzende der CSU-Fraktion, fasste zusammen: „Das Geld ist besser in die Brücke angelegt als in einen Rechtsstreit.“ Er erinnerte daran, dass der Stadtrat die Kreuzungs-Vereinbarung einstimmig beschlossen habe – und sich damit bewusst für einen Neubau und gegen eine groß angelegte Sanierung des bestehenden Bauwerks entschieden habe.
Nun beginnt das Ringen um den Höchstzuschuss. Wie der Oberbürgermeister berichtete, hat er bereits am Freitag mit den Verantwortlichen der Regierung von Oberfranken gesprochen. „Die Regierung hat angeboten, uns bei den Gesprächen mit der Bahn zu unterstützen.“
Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/hof-stadt/art2390,1319685

 

21.08.2010
Ringen um die Bahn

FRANKENPOST – Von Werner Rost
Der Freistaat Bayern ist bereit, umsteigefreie Züge im Zwei-Stundentakt von Hof über Selb und Asch nach Eger zu bestellen. Hinter den Kulissen wird um die Finanzierung der Gleis-Sanierung gestritten.
Selb/Asch – Während man sich auf tschechischer Seite seit zehn Jahren einig ist und die Bahnstrecke wiederbeleben möchte, wird deren Reaktivierung auf deutscher Seite zwar mit großer Mehrheit gefordert, es besteht jedoch bislang keine einvernehmliche Regelung über eine Kostenverteilung. Da bei geht nur um die einmaligen Baukosten und nicht um den späteren Zugbetrieb.
Die landeseigene Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) würde den Verkehr bestellen und bezahlen. Laut BEG-Angebotsplaner Andreas Schulz bliebe der Stundentakt nach Selb-Stadt erhalten. Das zusätzliche Angebot zwischen Hof und Eger sei über eine Zugteilung in Selb-Plößberg möglich. Die BEG sei ursprünglich bereit gewesen, einen Stundentakt zur Landesgrenze zu bestellen. Die tschechische Seite trage jedoch nur einen Zwei-Stunden-Takt mit. Wie Schulz betont, weist ein jüngstes Gutachten ein Aufkommen von über 1000 Fahrgästen pro Tag aus.
Knackpunkt ist die Finanzierung der Sanierungskosten. 5,5 Kilometer des 7,6 Kilometer langen Gleises zwischen Selb-Plößberg und Asch befinden sich auf deutscher Seite. Die Bahntochter DB Netz beziffert die Kosten für den bayerischen Abschnitt nach der jüngsten Kostenschätzung auf 7,6 Millionen Euro.
Die Kreise Wunsiedel und Hof, die Stadt Hof und der internationale Verkehrsverbund Egronet fordern seit Jahren die Streckenreaktivierung und Direktzüge zwischen Hof und Eger. Laut Gerhard Hanske, geschäftsführender Beamter im Landratsamt Wunsiedel, hat das bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerium eine 50-prozentige Förderung über das EFRE-Programm der EU beantragt. Weitere 40 Prozent könne die DB aus Bundesmitteln erhalten. „Aus der Region wird ein Eigenanteil von zehn Prozent gefordert“, betont Hanske. Dies betreffe nur die Wiederherstellung der Infrastruktur. Nach der Betriebsaufnahme stünden die Trassengebühren für den Streckenunterhalt zur Verfügung. Wie Hanske anmerkt, müsste sich die Stadt Selb nach dem Eisenbahnkreuzungs-Gesetz an den Kosten der Bahnübergänge beteiligen.
Der Selber Stadtrat Dr. Klaus von Stetten (Aktive Bürger), der auch Sprecher der Interessensgemeinschaft „Bahnlinie Hof – Eger“ ist, hält die Forderung nach einer zehnprozentigen Eigenleistung für einen „Witz“. Im Landkreis Bayreuth habe der Freistaat mit sechs Millionen Euro die Sanierung der zehn Kilometer langen Nebenbahn nach Weidenberg finanziert. Von Stetten sieht ein Einsparungs-Potenzial bei den Bahnübergängen. Von den bislang acht Übergängen seien nur drei nötig. Der Bahnbefürworter bedauert, dass auf deutscher Seite nicht alle an einem Strang ziehen und kritisiert die restriktive Haltung des Selber Oberbürgermeisters Wolfgang Kreil. Von Stetten befürchtet, dass die zugesagten EU-Mittel verfallen, wenn in der Region nicht bis Ende September eine Einigung herbeigeführt wird.
Wie Kreil gegenüber der Frankenpost erklärt, rechnet er mit Gesamtkosten von deutlich über zehn Millionen Euro. Es sei strittig, was alles dazugehöre. Für die Wiederinbetriebnahme der Strecke müsse die Bahnbrücke in Wildenau erneuert werden, die zu niedrig für größere Straßen-Fahrzeuge sei. Kreil hält außerdem einen Haltepunkt in Erkersreuth, die Sanierung des Bahnhofs in Plößberg und die Schaffung von Parkplätzen für erforderlich. Dem widerspricht von Stetten, der diese Ausgaben für überflüssig hält. Lediglich die Brücke in Wildenau müsse erneuert und den heutigen Verkehrsverhältnissen angepasst werden.
Auf eine baldige Einigung auf deutscher Seite hofft zweiter Bürgermeister Pavel Klepacek aus Asch. „Viele wollen als Touristen in das andere Land fahren“, betont Klepacek. Er verweist auf die jährlich zehn Millionen Autofahrer am Grenzübergang Selb/Asch. „Wenn nur zwei oder drei Prozent mit dem Zug fahren würden, wäre das eine Entlastung für die Umwelt“, argumentiert Pavel Klepacek.
Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1318464

18.08.2010
Der neue Zug bei der Bahn

OTZ – Ab Sonntag neues Zeitalter für 100-jährige Bahnstrecke Hockeroda-Unterlemnitz
Blankenstein/Lichtentanne.
Der Countdown läuft. Am Wochenende soll das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) in Blankenstein in Betrieb gehen.
Für Antje Sadlocha aus Saalfeld bringt das ein völlig neues Arbeitsumfeld mit sich. Seit 1991 ist die gelernte Facharbeiterin für Eisenbahntechnik als Fahrdienstleiterin im Bahnhof Lichtentanne tätig. In dieser Funktion nimmt sie die Anrufe ihrer Kollegen aus Leutenberg oder Wurzbach entgegen, stellt Strecken frei, überwacht den Bahnbetrieb inklusive Weichen- und Signalstellung. Ab kommendem Wochenende wird es ihren Arbeitsplatz nicht mehr geben, denn die bisher noch mit Fahrdienstleitern besetzten Bahnhöfe Leutenberg , Lichtentanne , Wurzbach und Unterlemnitz werden unbemannte. Sadlocha und ihre Kollegen werden von Blankenstein aus und einzig über Monitor die rund 30 Kilometer lange Strecke zwischen Hockeroda und Unterlemnitz überwachen. Sadlocha wurde in Lehrgängen für ihre neue Arbeit fit gemacht. „Hier hat man alles kompakt an einem Ort, es ist funktional mit kurzen Wegen“, vergleicht sie ihren alten Arbeitsplatz mit dem künftigen. Den Kontroll-Blick aus dem Fenster werde sie vermissen, muss sich künftig mehr auf ihre Kollegen verlassen und ständig mit dem ESTW in Leipzig kommunizieren, denn ab Hockeroda fahren die Züge aus dem Sormitztal in die Fernverkehrsstrecke ein. zgt_loadOMSMediumRec(); Nachdem bis 2005 Brücken und Gleise auf der 1907 in Betrieb gegangenen Sormitztalbahn erneuert worden waren, wurden in den vergangenen Jahren 3,8 Millionen Euro in den Oberbau und sechs Millionen Euro in Stellwerke investiert. Insgesamt 35 neue Signale wurden gesetzt, die am Sonntag in Betrieb gehen, 70 Kilometer Kabel verlegt, davon rund die Hälfte spezielle Sicherungstechnik, nennt Joachim Pedak , Leiter Regionalnetz Vogtland-Ostthüringen der DB Netze, Zahlen. Jeweils eine halbe Million Euro kostet der Umbau eines beschrankten Bahnüberganges. In Leutenberg und bei Heberndorf ist er bereits erfolgt. Wenn am Sonntag mit der Inbetriebnahme des ESTW alles klappt, kann die Schranke in Leutenberg künftig wieder automatisch schließen. Das geschieht, sobald der Zug einen Kontakt passiert. Die Schranke am Bahnhof Lichtentanne dagegen muss ab Sonntag im Handbetrieb mittels Kurbel vom Bahnhof aus geschlossen werden, weil sie noch nicht umgebaut und ans ESTW angeschlossen ist. Das soll bis 22. Dezember geschehen. Die Inbetriebnahme des ESTW war bereits für Frühjahr dieses Jahres geplant gewesen, „doch neue vom Gesetzgeber geforderte Standards in der Funktechnik machten nachträglich das Aufstellen von Funkmasten nötig“, erklärt Pedak die Verzögerungen. Rund 340 Reisende nutzen pro Tag die Sormitztalbahn. Doch vor allem für den Gütertransport wurde die Strecke flott gemacht. Derzeit werden pro Jahr rund eine Million Tonnen auf der Strecke transportiert. Die maximal 360 Meter langen Züge, die Länge gibt der Kopfbahnhof Wurzbach vor, können künftig mit 60 km/h und damit zehn km/h schneller als bisher unterwegs sein.

 

13.08.2010
Deftige Politik am Grill

FRANKENPOST – Von Harald Werder
Wirtschaftsminister Martin Zeil sieht während seines Besuchs in Rehau große Chancen für die Region. Deren Probleme will er am Kabinettstisch verstärkt ansprechen.
Rehau – Werner Bucher hat seine liberale Lektion gelernt. Mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) parliert er über die Zukunft der ehemaligen Drogerie Zapf. Schwer an den Investor zu bringen, sorgt sich der zweite Bürgermeister. Zu klein, sagt er. „Aber mal sehen, was der Wettbewerb bringt“, gibt er sich hoffnungsfroh, stupst den Minister am Arm und führt ihn zum Festsaal des alten Rathauses. Martin Zeil ist heute in der Stadt, Bratwurst-Tour heißt das Getingel der FDP während der sonst müden, politikarmen Sommerferien.
Braten muss der Gastgeber aber selbst, Extrawürste hat der stellvertretende Ministerpräsident nicht mitgebracht. Versprechungen auch nicht, aber viele Bekundungen, der Region beizustehen. Auch seine Frau Barbara war der Limousine entstiegen, der privat-lockere Anstrich der Parteiwerbung soll wirken, Bodenständigkeit ist Trumpf.
Minister Zeil streichelt verbal seine Gastgeber. Bucher hatte vom Aufstieg der großen Rehauer Firmen erzählt, vom Aufschwung nach dem Krieg, der auch den Vertriebenen zu verdanken ist. Zeil macht ein „geprägt durch Innovation“ daraus. Er lobt im Museum das Geschichtsbewusstsein der Rehauer, spricht am Rednerpult von der guten Entwicklung der Stadt. Und überhaupt: Auf seiner Tour scheint in Rehau plötzlich die Sonne, die Arbeitslosigkeit im Landkreis liegt unter fünf Prozent, und wenn sogar Karl May die Stadt eine Erwähnung wert ist, dann müsse es ja passen.
Rehau-Asch drängt
Zeil lässt aber nicht nur die Sonne scheinen. Strukturwandel und Abwanderung würden die Kommunen im Nordosten Oberfrankens noch schwer beschäftigen. Politik könne nicht alles tun, aber manches. Zeil wird zum Sprecher in eigener Ministeriums-Sache. Die „Problem-Bahnstrecke“ Rehau-Selb-Asch dränge, bis Ende September muss die Region sich einig werden, was sie wolle. Sperre sich Selb weiterhin, nütze alle Münchner Hilfe nichts. Nicht allzu viel wollte er Werner Bucher versprechen, der ministeriale Schützenhilfe in Sachen Städtebauförderung angefordert hatte. 20 Millionen Euro hätte die Stadt bislang so investieren können, ein Segen sei es bisher gewesen. Zwar hätten er, Zeil, und sein Kollege aus dem Innenministerium Joachim Herrmann längst entsprechende Briefe nach Berlin geschickt, und bei denen solle es auch nicht bleiben. Doch jeder wisse um die Staatsfinanzen, Hoffnung machte der Liberale in Rehau keinem.
Aber, sagt Zeil im Gespräch mit einem Bier in der Linken, man darf nicht den Fehler machen und „sich sagen, dass man den Entwicklungen ausgeliefert ist“. Gegensteuern wollten er und der Rest der Regierung. Zeil zählt auf: 3600 zusätzliche Studienplätze sollen an oberfränkische Hochschulen verteilt werden – auch die in Hof soll Nutznießerin sein. Wobei man das neue Institut nicht vergessen dürfe, das der Hochschule angegliedert werden soll.
Förderung muss bleiben
Bis 2014 bekommt die Region den Löwenanteil bei der Wirtschaftsförderung – „das muss länger laufen“. Die Infrastruktur solle auch noch besser werden – das Güterverkehrszentrum in Hof sei so ein Argument, wenn darum gehe, Unternehmen Stadt und Landkreis Hof schmackhaft zu machen.
Kurzum, der beste Weg zum Durchstarten sei, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und weiter um Unterstützung zu kämpfen. In Rehau gab’s schon mal ein Lob. Für Kunststoffe, Leder, Kachelöfen und leckere Bratwürste – deftig und serviert mit tiefgelbem Senf.
Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/rehau/art2452,1314084
In der anschliessenden Diskussionsrunde mit Staatsminister Zeil konnte Fritz Sell den derzeitigen Status zur Höllentalbahn darlegen.

 

11.08.2010
Umweltbundesamt

Strategie für einen nachhaltigen Güterverkehr
Kapazitätssteigerung der Schieneninfrastruktur
Der Ausbau des Schienennetzes ist die wichtigste Herausforderung an die Verkehrsinfrastruktur. Zu diesem Zweck müssen viele Bahnstrecken reaktiviert, saniert, technisch modernisiert und erweitert werden. Die betriebliche Optimierung des Schienenverkehrs z.B. durch die Verkürzung der Abstän-de zwischen den Zügen und die Bildung längerer Güterzüge kann die spezifische Trassenkapazität deutlich erhöhen. Durch die stärkere Förderung des Kombinierten Verkehrs und die Förderung von Gleisanschlüssen wird die Infrastruktur für eine Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene und die Binnenwasserstraßen deutlich verbessert.

22.06.2010
Bahn AG verliert Strecken in Ostthüringen

Der Zuschlag für die Ausschreibung um das Ostthüringer Dieselnetz hat der Wettbewerber, die Erfurter Bahn gewonnen. Die DB Regio AG legte Widerspruch bei der Vergabekammer in Weimar ein – diese muss nun über den Einspruch entscheiden Erfurt . Das Land vergibt ab Mitte 2012 ein Nahverkehrspaket mit jährlich 4,9 Millionen Zugkilometern. Der Vertrag sichert dem Betreiber über zwölf Jahre satte Zuschüsse. Betroffen sind die Linien zwischen Saalfeld und Erfurt sowie Saalfeld und Leipzig und die Regionalbahnen Weimar-Gera, Jena-Pößneck und Weimar-Kranichfeld. Alle Strecken werden bislang von der Bahntochter DB Regio AG gefahren. Nun kommt die 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Erfurt zum Zug. Die Erfurter Bahn betreibt bereits Zuglinien in Mittelthüringen und firmiert in Kooperation mit der Hessischen Landesbahn als Süd-Thüringen-Bahn im Süden des Freistaates. Im Fuhrpark kommen sprintstarke Triebwagen Regioshuttle 1 zum Einsatz. Diese verfügen über 71 Sitzplätze, sollen für die Ostthüringer Linien aber enger bestuhlt werden. Pro Wagen sollen wohl nur zwei Fahrräder Platz finden. Gerade auf der vielgenutzten Regionalbahn zwischen Weimar und Jena wird das zu Kapazitätsengpässen führen. Gerade in einem Land, das sich dem Fahrradtourismus verschreibt, ist das ein großer Nachteil. Bei der Deutschen Bahn fürchten die Mitarbeiter um ihre Jobs. Bislang arbeiten 200 Beschäftigte auf den neu vergebenen Linien. Der stellvertretende Betriebsratschef Frank Helms schrieb gestern einen Brief an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) und Verkehrsminister Christian Carius (CDU).
Allerdings ist zu erwarten, dass ein Teil der DB-Mitarbeiter zur Erfurter Bahn wechseln kann. Jedoch zu schlechteren Tarifen. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Erfurter Bahn um 20 Prozent niedrigere Lohnkosten hat – und deswegen ihre Leistungen günstiger anbieten konnte. Die Entscheidung des Landes, das Ostthüringer Dieselnetz an einen Bahnkonkurrenten zu vergeben, trübte die Stimmung beim gestrigen Bahngipfel. Dort vereinbarten beide Seiten, das laufende Verfahren aus dem Gipfel auszuklammern.

 

31.05.2010
OECD: Deutschland investiert unterdurchschnittlich in Bahninfrastruktur
„Ramsauer muss von Straße auf Schiene umschichten“

Berlin. Deutschland investiert deutlich weniger in die Schieneninfrastruktur als andere westeuropäische Staaten. Dies geht aus aktuellen Zahlen der OECD hervor, die am 9. Juni in Buchform veröffentlicht werden. Demnach wird die Schieneninfrastruktur hierzulande lediglich mit 29,3 Prozent der staatlichen Infrastrukturausgaben für die Landverkehrsträger bedacht, während in Westeuropa im Durchschnitt 33,4 Prozent der staatlichen Infrastrukturinvestitionen ins Gleisnetz fließen. „Wenn wir verkehrspolitisch keine Verhältnisse wie in Osteuropa haben wollen, muss Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei den anstehenden Haushaltsberatungen von der Straße auf die Schiene umschichten“, forderte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Montag in Berlin. „Deutschland investiert prozentual zu viel in den Bau von Straßen und vernachlässigt den Ausbau des Schienennetzes.“
Die vollständige Pressemitteilungen und weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/2010/26-oecd-deutschland-bahninfrastruktur/

 

15.04.2010
Endstation für Güterzüge

Seit Mitte März sind 2400 zusätzliche Lastwagen durch die Hofer Innenstadt, über die B 173 und die A 9 gerollt. Zur Straßen- und Umwelt-Entlastung fordert die Initiative Höllennetz die Reaktivierung der Bahnstrecke Marxgrün – Blankenstein. Von Werner Rost
Hof / Blankenstein – Wenn Stefan Winkler mit dem Auto zu seinem Arbeitsplatz in Hof unterwegs ist, bietet sich dem Nailaer seit Wochen das gleiche Bild, über das er sich maßlos ärgert: Ständig rollen lange Lastzüge mit Rundholz auf der Ernst-Reuter-Straße, der B 173 und auf einem Abschnitt der A 9 nach Blankenstein, weil das dortige Zellstoffwerk keine direkte Bahnanbindung nach Süden hat. Winkler ist Vorstandsmitglied der Initiative Höllennetz, die sich seit Jahren für die Reaktivierung der Höllentalbahn zwischen Marxgrün und Blankenstein einsetzt.
Wie der Bahnbefürworter herausgefunden hat, stammt das Rundholz aus Frankreich und Polen. Ein Teil der Güterzüge endet in Hof, die anderen in Neuenmarkt-Wirsberg, wo jeweils die komplette Fracht auf Lastwagen verladen wird. „Aus der Luft muss das Ganze aussehen wie eine große Ameisenstraße mit zwei Zweigen aus Hof und aus Neuenmarkt-Wirsberg, die sich auf der A 9 vereinen“, zieht Winkler den Vergleich. „Und alle Ameisen wuseln nach Blankenstein in einer langen Ketten“, führt er seinen bildlichen Vergleich fort.
Wie die Initiative Höllennetz ermittelt hat, handelt es sich derzeit zwar um eine Ausnahmesituation, die jedoch gewaltige Dimensionen hat: Fast täglich ist in den vergangenen Wochen werktags ein Güterzug mit 20 Waggons nach Hof gerollt. Zur Entladung müssen diese Züge am Güterbahnhof zweigeteilt werden. Pro Waggon sind zwei Lastzüge erforderlich, um die Fracht übernehmen zu können. Winklers Recherchen zufolge waren seit Mitte März 1200 volle und genau so viele leere Lkw-Fahrten und somit 2400 Lkw-Bewegungen nötig, um die gesamte Fracht von 35 000 Festmeter Holz nach Blankenstein zu befördern.
Wie Leonhard Nossol, der Geschäftsführer der ZPR Blankenstein, auf Anfrage der Frankenpost bestätigt, handelt es sich in diesen Wochen um eine Ausnahmesituation. Die ZPR Blankenstein übernehme einen Teil des Wareneingangs des Zellstoffwerks Stendal, wo derzeit eine technische Revision stattfinde.
Bleibt die Frage, warum diese Züge denn nicht von Norden über Saalfeld und Lobenstein nach Blankenstein gefahren werden, wo die ZPR einen Werksgleis-Anschluss besitzt. Wie Nossol dazu erklärt, kommt diese Bahnstrecke wegen der Güterzug-Länge nicht in Frage. Der ZPR-Geschäftsführer verweist auf den Bahnhof Wurzbach, wo für alle Züge zwischen Saalfeld und Blankenstein ein Fahrtrichtungswechsel nötig ist. Die dortigen Gleisanlagen würden die Zuglänge begrenzen. Zudem bestünde auf dem Blankensteiner ZPR-Werksbahngelände derzeit keine Möglichkeit, derart lange „Ganzzüge“ zu entladen.
Nossol bedauert die derzeitige Ausnahmesituation und verweist auf die erheblichen Kosten durch den zusätzlichen logistischen Aufwand beim Umladen in Hof. Gleichzeitig erinnert er an ein anderes Transportproblem, das sich der ZPR Blankenstein ständig stelle. So beziehe die ZPR das ganze Jahr über Holz aus Tschechien, das im Nachbarland mit der Bahn derzeit nur bis Asch transportiert werden könne. Dort müsse das Holz auf Lkw verladen werden, das von Asch bis Blankenstein ausschließlich auf Straßen durch die Region gefahren werde. Für die ZPR sei daher sowohl ein Lückenschluss zwischen Asch und Selb als auch von Marxgrün nach Blankenstein wünschenswert, erklärt Nossol. Der ZPR-Geschäftsführer bedauert, dass die Schienen-infrastruktur derzeit noch immer den Stand der deutschen Teilung widerspiegele. Im Vergleich zu anderen Großprojekten ließe sich mit diesen beiden kurzen Bahnstrecken mit einem verhältnismäßig geringen Kostenaufwand ein großer Nutzen erzielen, betont Nossol. Die ZPR sei bereit, ihre Werksgleisanlage zu erweitern, um längere Züge entladen zu können, wenn eine direkte Anbindung nach Süden zur Verfügung stünde.
Nossol und Vorsitzender Fritz Sell von der Initiative Höllennetz kritisieren, dass von der Politik zwar die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene gefordert, dafür aber nichts getan werde. Deshalb verlagere sich der Verkehr eher umgekehrt auf die Straße, bedauern beide.
Die „Holz-Sonderzüge“ werden nicht von der Deutschen Bahn, sondern von der Privatbahn Integro zugestellt, die ihren Sitz im sächsischen Reichenbach hat und die derzeit auch die Containerzüge nach Hof befördert. Nach Einschätzung von Integro-Geschäftsführer Tobias Richter lohnen sich die Investitionen für die Höllentalbahn und für die Strecke Selb – Asch nur, wenn dort auch Personenzüge fahren würden. Als großen Kostenfaktor bezeichnet Richter die nötige Signaltechnik zur Anbindung an die bestehenden Bahnstrecken nach Bad Steben und Selb.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/heimatspiegel/art2437,1234999

 

11.03.2010
Holzzüge der Press entladen in Hof – fehlenderLückenschluss verursacht LKW Verkehr

Am 10.03.2010 konnte in Hof Hbf wieder ein ellenlanger Holzzug mit 2x PRESS BR 204 gesehen werden. Der Zug war so lang, dass er an der Ladestraße nicht Platz fand und auf 2 Gleise geteilt werden musste. Teils waren tschechische Wagen darin so dass vermutet werden kann dass die Lieferung aus der tschechischen Republik kam. Die blauen Laster der ZPR-Zellstoff-Fabrik in Blankenstein/Saale im nahen Thüringen standen ebenfalls schon bereit.
So wird also seit Wochen das Holz zwar mit der Bahn angeliefert, muss dann aber für die letzten 35 Km umgeladen werden und mit dem Lkw transportiert werden, da 5,5km Gleis fehlt!
Da treffen dann die Transporte auf weitere tschechische Laster welche Schleifholz aus As zur ZPR fahren und allesamt durch Hof rollen.
Bei Vorhandensein der beiden Lückenschlüsse Selb-As und Marxgrün-Blankenstein könnte hier ein umweltfreundlicher Transport direkt in das Werk stattfinden und so Umwelt und Bevölkerung von den Belastungen von zig Schwerlast-Lkw bereit werden.

04.03.2010
Koalitionsvereinbarung steht – Höllentalbahn enthalten

CDU und SPD haben im Kreistag Landkreis Saale-Orla das Dokument unterschrieben
Schleiz (OTZ/-dre-). Die Vertreter von CDU und SPD im Kreistag haben in dieser Woche ihre Unterschrift unter ein Dokument gesetzt, das die weitere Arbeit bestimmen soll: die Koalitionsvereinbarung für die laufende Legislaturperiode. Damit nimmt die Koalition, die es bis zum Jahre 2000 schon einmal gab, erneut Gestalt an.
Die Koalitionsvereinbarung regelt gemeinsame Vorhaben auf dem Gebiet der Arbeitsmarktpolitik, der Wirtschaftsförderung, der Auftragsvergabe, der Infrastruktur und des Tourismus. Ebenso gibt es Aussagen zu Familien, Senioren, Jugend, Kinder, der medizinische Versorgung, Bildung, zum Schulnetz und zur Vereins- und Ehrenamtsförderung. Explizit sind auch Musikschule, Volkshochschule, Museen und Sport bedacht. Die Entwicklung der Kreisverwaltung wird umrissen, Grundsätze des Kreishaushalts, das Verhältnis zu Gesellschaften, Zweckverbänden und Beteiligungen.
Die Koalition hat sich auch einen Rahmen gegeben bei der Bekämpfung des Extremismus, der Aufarbeitung des DDR-Unrechts und der demographische Entwicklung sowie der Gemeindegebietsreform.
Bei der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen setzen CDU und SPD gemeinsam auf „unternehmerisches Handeln“ sowie Zukunftsbranchen. Umwelttechnik und moderne Medien sollen unterstützt werden. Der Wirtschaftsförderung und dem Mittelstand ist breiter Raum in der Vereinbarung eingeräumt. Bei der Entwicklung der Infrastruktur finden sich auch die Höllentalbahn und die Strecke Schleiz-Mehlteuer wieder, die man als wichtig einstuft.

 

21.01.2010
Studie zur Höllentalbahn in Verzug
Große Holzindustrie versäumt die Zulieferung von benötigtem Zahlenmaterial

Von OTZ-Redakteur Peter Hagen Bad Lobenstein. Eine gewisse Enttäuschung ist nicht zu überhören. Da spannt sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen zu Gera vor den Karren der Wirtschaft, um eine realistische Studie zu Chancen einer möglichen Reaktivierung der Höllentalbahn auf den Weg zu bringen. Doch ausgerechnet die große Holzindustrie wird dann zum Bremsklotz.
„Die Reaktion auf die Umfrage unter den großen Wirtschaftsunternehmen geht fast gegen Null“, ärgert sich Volker Leffer von der Branche Verkehr bei der IHK. Und das kostet jetzt neben dem Geld für die Studie auch noch zusätzliche Zeit. Ursprünglich sollte bis Jahresende 2009 die an der Fachhochschule Erfurt zu erarbeitende Studie über erwartete Verkehrsströme und -mengen weitgehend fertig sein. Im Dezember konnte von der Fachhochschule aufgrund fehlender Zahlen aber nur der Entwurf dieser Studie vorgestellt werden. „Von den großen Unternehmen hatte lediglich die ZPR Blankenstein geantwortet und ihr Zahlenmaterial bereitgestellt“, erklärt Volker Leffer.
Eine Darstellung der Mengen künftiger Verkehrsströme nur mit dem ZPR-Zahlenmaterial mache aber natürlich wenig Sinn. „Die Bearbeitungszeit verlängert sich nun“, hofft Leffer auf baldige Zulieferungen der Nachzügler. Es gebe inzwischen beispielsweise von Klausner Holz Thüringen mehrere Zusagen, die Zahlen zu liefern. „Wir hatten zwischenzeitlich einen personellen Wechsel bei der Werksleitung, da war die Befragung liegen geblieben“, bittet das Unternehmen gegenüber OTZ um Verständnis. Der Vorgang werde jetzt schnell bearbeitet.
Doch auch in Bayern hält sich bei den zuständigen Stellen die Euphorie über die Untersuchungen zur Höllentalbahn offenbar in Grenzen. „Aus Oberfranken ist bislang nicht all zu viel gekommen“, muss Leffer resümieren, „aber wir möchten natürlich Bayern mit im Boot haben.“ Mit der Initiative Höllennetz e. V. gibt es zumindest ehrenamtliches Engagement für die zunächst stillgelegte und ab 1982 abgebaute Bahnstrecke zwischen dem thüringischen Blankenstein und dem oberfränkischen Marxgrün. Höllennetz-Vertreter sowie Mitarbeiter der Fachhochschule Erfurt, der IHK und der Logistik Agentur Oberfranken e. V. wollen sich am morgigen Donnerstag zusammensetzen und den aktuellen Stand der Studie beraten. „Wir werden dabei darlegen, warum auch Zahlen aus Oberfranken für die Studie erforderlich sind“, kündigt Leffer an. Denn es sei wichtig, das gesamte Spektrum möglicher Nutzer der Höllentalbahn zu erfassen.
Erst wenn die Studie zu den möglichen Verkehrsströmen und -mengen vorliegt, soll eine Entscheidung darüber fallen, ob auch der zweite Teil folgt. Nämlich eine Kosten-Nutzen-Analyse für den Wiederaufbau der auf 6,4 Kilometer lückenhaften Strecke. Geht es nach der IHK, dann sollte bei einer zweiten Verkehrskonferenz in diesem Frühjahr die Studie zentrales Diskussionsthema sein. Dann könnte eine endgültige Entscheidung zum Thema Höllentalbahn immer näher rücken. Entweder für die Reaktivierung, womit die Frage der Baufinanzierung zu klären wäre. Oder die – für Eisenbahnfreunde sicherlich schmerzliche – Erkenntnis, dass eine Wiederbelebung der vor 109 Jahren entstandenen Bahntrasse wirtschaftlich kaum Sinn macht.

 

20.01.2010
Fest zugesagte Bahnprojekte: Es fehlen 9 Milliarden Euro
„Jetzt ist das Finanzloch regierungsamtlich“

Berlin. Nach neuen Zahlen des Bundesverkehrsministeriums ist das Investitionsdefizit bei Bahnprojekten des vordringlichen Bedarfs noch größer als bisher angenommen. Aus den Zahlen der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen lässt sich errechnen, dass bei bereits laufenden und fest disponierten Schienenbauvorhaben bis 2020 eine Finanzlücke von neun Milliarden Euro klafft. „Damit fehlen der Schieneninfrastruktur jährlich rund eine Milliarde an Bundesmitteln“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege am Dienstag in Berlin. „Mit dieser Zusatzmilliarde ließen sich allerdings nur die bereits begonnenen Projekte bis 2020 vollenden“, sagte Flege. „Weitere 31 vom Bund als dringlich eingestufte Vorhaben können damit noch nicht einmal angefangen werden.“
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter
http://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/2010/4-finanzbedarf-schieneninfrastruktur/

 

14.01.2010
Bundespräsident fordert Verkehrswende
„Millionen Menschen aus der Seele gesprochen“

Berlin. Die Allianz pro Schiene begrüßt die verkehrspolitische Ruck-Rede, die Bundespräsident Horst Köhler am Donnerstag in München gehalten hat. Auf einem Empfang des ADAC hatte Köhler eine Verkehrswende gefordert. „Mobilität, so wie wir sie heute praktizieren, ist nicht zukunftsfähig“, hatte der Bundespräsident gesagt und auf die weltweiten Folgen der exzessiven Autonutzung hingewiesen. „Um in Zukunft mobil zu bleiben – und auch, um die Mobilität von Menschen in ärmeren Ländern zu verbessern, müssen wir umdenken. Und zwar grundlegend.“ Statt Absichtserklärungen solle der öffentliche Nah- und Fernverkehr ausgebaut werden, „er gehört ins Zentrum unserer Mobilitätspolitik“, verlangte Köhler vor hochrangigen Funktionären des ADAC in München.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.allianz-pro-schiene.de

12.01.2010
Deutsche Bahn: Eisenbahn hat Schlüsselfunktion für Klimaschutz

„Die Deutsche Bahn unterstützt die Vereinten Nationen in ihrem Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen“, erklärte heute der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, in einer Diskussionsrunde mit dem Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner, in Berlin. Auf der Klimaschutzkonferenz im Dezember in Kopenhagen hatten die teilnehmenden Staaten im Grundsatz akzeptiert, dass die Erderwärmung nicht über zwei Grad steigen soll.
Im Mittelpunkt der Diskussionsrunde vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Umweltorganisationen stand eine Analyse der Ergebnisse des Klimagipfels von Kopenhagen und die nächsten Schritte in Richtung einer CO2-freien Wirtschaft, insbesondere für den Verkehrssektor. „Die globalen CO2-Emissionen wachsen im Verkehr am schnellsten. Wir stehen vor der Herausforderung den CO2-Ausstoß zu senken und zugleich die Mobilität zu erhalten. Dies ist nur mit einer Stärkung der klimafreundlichen Schiene möglich“, erklärte DB-Chef Grube. „Eine einschneidende Reduzierung der Treibhausgasemissionen bietet die Gelegenheit, einerseits den Klimawandel zu bekämpfen und andererseits die Volkswirtschaften hin zu einer effizienteren Ressourcennutzung bei niedrigem CO2-Ausstoß zu lenken. Die Schiene kann ein wichtiger Katalysator für die Umsetzung dieses Übergangsprozesses sein“, sagte der UNEP-Direktor.
Beide Seiten sind sich darin einig, dass die Unternehmen nicht auf gesetzliche Regelungen warten dürfen, sondern aktiv ihre Anstrengungen für CO2-freie Produkte und Leistungen verstärken müssen. Das sind Investitionen in die Zukunft und fördern nachhaltiges Wirtschaften.
So steht die DB unmittelbar vor Abschluss eines langfristigen Stromlieferungsvertrages für den Bezug von elektrischer Energie aus dem Windpark Märkisch Linden des Bremer Energieversorgers swb. Der Vertrag sieht eine Laufzeit von 19 Jahren und einen jährlichen Strombezug von rund 59 Gigawattstunden (GWh) vor. Mit der Jahreserzeugung aus dem Windpark können sechs ICE 3 ein Jahr lang mit regenerativer Energie betrieben werden. Der durchschnittliche Jahresverbrauch eines ICE 3 betrug im vergangenen Jahr rund zehn GWh bei einer Laufleistung von etwa 500.000 Kilometer. Die DB ist alleiniger Nutzer des Windparks Märkisch Linden. „Mit dem Strombezug aus der Windfarm erhöhen wir den Anteil regenerativer Energien am Bahnstrom-Mix und unterstreichen unsere ambitionierten Klimaschutzziele“, erklärte Dr. Rüdiger Grube. Bereits heute beträgt der Anteil der regenerativen Energien am Bahnstrom-Mix rund
16 Prozent. Bis 2020 will die Deutsche Bahn diesen Anteil auf 30 Prozent erhöhen.
Die DB hat sich das Ziel gesetzt, die spezifischen CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel im Konzern weltweit zwischen 2006 und 2020 um 20 Prozent senken. Seit 2002 wurden rund 19.000 Lokomotivführer in der Praxis der energiesparenden Fahrwiese geschult. Somit konnten seit dem Start des Programms sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr über 280.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Alle modernen Triebzüge und Lokomotiven der Deutschen Bahn sind mit der Drehstromtechnik ausgerüstet. Dadurch wird die die Bewegungsenergie des Zuges beim Bremsen in Strom umwandelt und zurück in die Oberleitung einspeist. Allein im Jahr 2008 wurden mit dieser Bremsstromrückspeisung rund 820 Gigawattstunden oder fast 8 Prozent des gesamten Bahnstromverbrauchs gewonnen.
Mit Blick auf die Bestellung neuer Rangierlokomotiven erwartet die DB von der Industrie, zu prüfen, unter welchen Bedingungen die Lokomotiven mit Antrieben ausgerüstet werden können, die bereits den künftigen Grenzwerten entsprechen. Im Jahr 2012 tritt eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe im Schienenverkehr, darunter auch für Stickoxide, in Kraft. Grube forderte die Industrie auf, die Motorentechnik für Lokomotiven so weiterzuentwickeln, dass nicht nur Rußpartikel, sondern auch weitere Schadstoffe vermieden werden.
Die DB ist Vorreiter in Sachen Klimaschutz im Verkehrsbereich. Sie hat im Eisenbahnsektor ihre spezifischen CO2-Emissionen seit 1990 bereits um knapp 40 Prozent gesenkt. Mit dem neuen Umwelt-Plus-Angebot können Geschäfts- und Güterverkehrskunden der DB auf der Schiene komplett mit Strom aus erneuerbarer Energie fahren. Informationen über die vielfältigen Aktivitäten der DB mit ihrem DB Eco Program zum Klimaschutz gibt es im Internet unter www.dbecoprogram.com (Pressemeldung Deutsche Bahn, 12.01.10).

Kommentar HOELLENETZ:
Sehr löblich dieser Ansatz, keine Berücksichtigung findet dabei aber der Ausbau oder die Optimierung der Infrastruktur. Hier liegen erhebliche Potentiale brach, so haben wir bereits vor Jahren auf die Vermeidung von Wegmehrlängen der Süddestinationen des Schienengüterverkehrs aus dem Thüringer Oberland über eine reaktivierte Höllentalbahn hingewiesen.
Die Berechnung basierend auf dem Kraftstoffverbrauch der nicht mehr eingesetzten BR 204 ergab eine Einsparung bei Führung nur eines täglichen Güterzugpaares über Blankenstein-Marxgrün Richtung München anstelle der bisherigen Zu- oder Abfuhr über Saalfeld (errechnet aus dem Wert Kraftstoffverbrauch/Tonne Ladung /Weglänge alleinig aus der Wegmehrlänge, Mehrverbrauch Höhenüberwindungen nicht eingerechnet! ) von 569.000 Liter Diesel pro Jahr!
So errechnet sich eine CO2 Vermeidung (je nach Ansatz 2,33kgCO2/Liter Diesel oder 40g-50g CO2/tokm) von 2.650 Tonnen CO2/Jahr nur durch Vorhandensein des Lückenschlusses und dann selbstverständlicher Nutzung zweier Güterzugpaare in der Süddestination.