News 2011

05.12.2011
Höllischer Weg ist wieder frei

FRANKENPOST
Landrat Bernd Hering gibt den frisch sanierten Jungfernsteg frei. Er erinnert an die Geschichte der Brücke und dankt den Geldgebern. Zum Einsatz kam heimisches Holz.
Hölle – Feierlich hat Landrat Bernd Hering am Samstag den nagelneuen Jungfernsteg im Höllental eingeweiht – und dabei zunächst einen Blick in die Vergangenheit geworfen.
„Sehr geehrte Damen und Herren, wir schreiben das Jahr 1885, also vor genau 126 Jahren wurde der Jungfernsteg gebaut“, erinnerte Landrat Bernd Hering, nachdem er Ehrengäste, darunter einige Bürgermeister der Nachbargemeinden, begrüßt hatte. Aber damals sei der Jungfernsteg nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen, sondern nur für Forstleute mit Arbeiter der Firma Wiede. Festgehalten worden sei diese Regel in einem Staatsvertrag mit der Firma Wiede. Es sollte viele Jahrzehnte, genauer gesagt bis 1969 dauern, bis sich das änderte. Damals beschloss der ehemalige Landkreis Naila, den Jungfernsteg neu zu bauen und für jedermann zu öffnen. „Rückblickend war das eine gute Entscheidung“, sagte Hering. Im November 1984 wurde der Jungfernsteg durch einen umgestürzten Baum zerstört und wieder aufgebaut.
Vor zwei Jahren stellten Fachleute allerdings Schäden fest: Die Tragbalken waren marode. Ein Provisorium an starken Balken verhinderte die vollständige Sperrung des Weges. Im November erfolgte die Sanierung der im Jugendstil überbauten Holzbrücke, die insbesondere durch ihr Unterstellhäuschen auf der Seite des Höllentalweges ins Auge sticht. Hier laden auch Bänke zum Verweilen ein. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde der Steg vollständig überdacht, was nicht nur Spaziergänger, sondern auch die Holzkonstruktion vor Regen schützt. Erneuert wurden ein 6,50 Meter langes Teil über den Triebwerkskanal und weitere vier Meter über den Flutkanal.
Hering berichtete, dass dafür Geld von der Regierung von Oberfranken geflossen war und dass sich die Gesamtkosten der Sanierung und Neugestaltung des Jungfernsteges auf 35 000 Euro belaufen. „Die beiden nun überdachten Teile des Steges fügen sich gut in das Landschaftsbild ein und bilden mit dem Bestand eine homogene Einheit“, urteilte der Landkreischef, der auch wusste, dass Lärchenholz aus heimischen Wäldern zum Einsatz kam. „Das ist wichtig für unsere Wirtschaft.“ Mit dieser Einweihung habe der Landkreis Hof somit die bestehenden Holzbrücken im Höllental saniert und erweitert. Und die Wanderer könnten den Selbitzbach gefahrlos überqueren.
Hering erinnerte auch an die Sanierung des Röhrensteiges vor acht Jahren. „Man sieht, das Höllental ist wirklich ein wertvolles Naturereignis hier bei uns. Und ich sage Ihnen ganz offen: Auch wenn ich auf den Widerstand einiger Bürgermeister stoße, bin ich strikt dagegen, dass hier wieder eine Eisenbahn durchgeführt wird.“ Mit diesen Worten rief Hering spontanen Applaus und Bravo-Rufe unter den Gästen der Einweihungsfeier hervor.
Bürgermeisterin Elke Beyer bedankte sich, im Namen ihrer Amtskollegen, vor allem aber im Namen aller Wanderer, Touristen und Gäste, bei allen Beteiligten und Geldgebern. Die Einweihung der Brücke sei die „Vollendung des Höllentales“. „Wir haben jetzt wieder unser schönes Höllental, so wie wir es immer nutzen konnten und nun auch wieder gefahrlos nutzen können.“ Als Dank überreichte die Lichtenberger Rathauschefin an Landrat Bernd Hering einen kleinen Baum aus Holz, angefertigt aus Erle.
Landrat Hering nutzte die Gelegenheit und wünschte allen eine schöne Advent- und Weihnachtszeit und für das Jahr 2012 alles Gute. Abschließend lud Hering in das Gasthaus „Friedrich-Wilhelm-Stollen“ zu einem Imbiss ein.

Den Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/art2443,1830304

 

23.11.2011
Regionaler Planungsverband Oberfranken-Ost:
Erfolg nach jahrelangem Ringen – die Bahnlinie Selb-Asch wird bis Ende 2013 reaktiviert

Hof, 23.11.2012 – Eine gute Nachricht für das weitere Zusammenwachsen zwischen Bayern und Böhmen: Die Bahnlinie zwischen Selb-Plößberg und dem tschechischen Asch wird gebaut und soll optimalerweise im Dezember 2013 in Betrieb genommen werden. Dies ist das Ergebnis eines letzten Arbeitstreffens des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost mit Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und der Deutschen Bahn AG sowie den Bürgermeistern und Landräten der an die Linie Hof – Selb angrenzenden Gebietskörperschaften. Demnach kann der regionale Eigenanteil an der Gesamtfinanzierung von 760.000 EUR erbracht werden. Mit dem Bau der Linie wird es zukünftig z.B.  möglich sein, innerhalb von gut einer Stunde von Hof nach Eger zu reisen. Zusätzlich bieten sich in Cheb/Eger weitere gute Anschlüsse nach Karlsbad, Marienbad, Pilsen, Nürnberg oder Prag.

Bereits zum Anfang des Treffens machte Stefan Schell vom Bayerischen Verkehrsministerium deutlich, dass Bayern vorbehaltlos hinter dem Projekt steht: „Die Verbindungen nach Ost-Europa sind der Bayerischen Staatsregierung besonders wichtig. Sie haben neben der verkehrlichen und wirtschaftlichen auch eine große außenpolitische Bedeutung.“ Insgesamt kostet das Bahnprojekt, bei dem 6,9 km ehemalige Strecke (davon 1,9 km auf tschechischem Boden) reaktiviert werden müssen, rund 9,5 Millionen Euro.

Der große Teil davon kann wie erhofft durch Bundes- und EU-Mittel abgedeckt werden. Um die Beteiligung am Eigenanteil der Region von insgesamt 760.000 EUR gab es bis zuletzt Diskussionen. Nun ist auch dieser gesichert. Der Landkreis Wunsiedel beteiligt sich mit 250.000 EUR an dem Projekt, Stadt und Landkreis Hof jeweils mit 200.000 EUR. Der Rest wird durch Beiträge von Rehau (80.000 EUR) und Schönwald (30.000 EUR) abgedeckt. Nicht beteiligt am Projekt hat sich stattdessen die ebenfalls angrenzende  Marktgemeinde Oberkotzau. Auch der Stadtrat in Selb, auf dessen Territorium der zu reaktivierende Teil der Strecke liegt, hat seine Zustimmung gegeben. Selb ist nun für den Bau von Parkplätzen in Selb-Plößberg und für die Deckung von 50% der Kosten bei der Erneuerung der Eisenbahnbrücke in Wildenau verantwortlich. Für beide Maßnahmen hat der Freistaat Bayern eine Förderung in Aussicht gestellt.

Auch die tschechischen Partner haben sich nicht nur immer wieder zur Reaktivierung der Linie bekannt, sondern wollen auch ganz konkret Gelder im staatlichen Infrastrukturfonds bereit stellen. Zudem wird bereits derzeit im tschechischen Asch ein elektronisches Stellwerk durch den Betreiber SZDC errichtet.

Baumaßnahmen auf deutscher Seite
Auf deutscher Seite waren für die 5 km lange Strecke diverse, zum Teil langwierige Diskussionspunkte zu klären, was nun im Ergebnis aber erfolgreich war.
Die Reaktivierung wird auf dem Gebiet des Freistaats Bayern folgende Maßnahmen umfassen:
– Wiederertüchtigung der Strecke für 70 km/h Höchstgeschwindigkeit
– Bau einer Brücke über die Ortsumgehung Erkersreuth
– Aufweitung der Eisenbahnüberführung Wildenau
– technische Sicherung von drei stark frequentierten Übergängen
– Beseitigung von 5 schwach frequentierten Übergängen, ersatzweise Bau von Parallelwegen durch die Deutsche Bahn AG.
– Umbau des Bahnhofs Selb-Plößberg mit neuem Bahnsteig und neuer Signaltechnik

Die zukünftige Strecke soll voraussichtlich durch den privaten Bahnbetreiber Agilis betrieben werden. Das Unternehmen hatte 2008 das Wettbewerbsprojekt „Dieselnetz Oberfranken“ gewonnen, welches auch die Linie Hof-Selb /Stadt umfasst, und bedient die Strecke seit Juni 2011 für 12 Jahre. Agilis wäre bereit, nun auch den zukünftigen Streckenast nach Tschechien zu bedienen. Der Freistaat Bayern ist bereit, einen Stundentakt auf der Reaktivierungsstrecke auf bayerischem Boden zu bestellen. Die Bestellung ab der Staatsgrenze wird der Bezirk Karlsbad übernehmen. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat deshalb nun folgendes Fahrplankonzept vorgeschlagen: Zwischen Hof und Selb-Plößberg sollen zwei Zugteile verkehren. In Selb-Plößberg wird der Zug dann geteilt – ein Teil fährt weiter nach Selb Stadt, der andere fährt nach Tschechien. In der Gegenrichting werden die beiden Zugteile dann in Selb-Plößberg wieder vereinigt.

Eine vom Freistaat in Auftrag gegebene Potenzialanalyse ergab, dass täglich mit 1068 bis 1732 Reisenden auf der Bahnstrecke Selb-Asch gerechnet werden kann. Dabei handelt es sich um eine Prognose für das Jahr 2025, in die auch bereits der erwartete Bevölkerungsrückgang in Oberfranken mit eingerechnet ist.

Der Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost, Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner äußerte sich zufrieden: „Dass wir der Strecke Hof-Eger nach vielen Jahren nun wieder neues Leben verleihen können, ist nur durch die große hochfränkische Solidarität möglich geworden. Im Ergebnis wird deutlich: Mit dieser Entscheidung haben Bayern und Böhmen wieder ein Stück mehr zueinander gefunden. Im Jahr 2015 kann nun die Bahnlinie ihren 150. Geburtstag mit einem intakten Pendelverkehr feiern.“

16.08.2011
Verkehrspolitische Exkursion: „Der viv-Lückentest IV“
Verein Höllennetz erhält Unterstützung aus Berlin

FRANKENPOST — Von Werner Rost
Der Verkehrspolitische Informationsverein aus Berlin wandert am 50. Jahrestag des Mauerbaus entlang der früheren Höllentalbahn. Der Verein weist auf die Infrastruktur-Lücken an der ehemaligen DDR-Grenze hin.
Marxgrün/Blankenstein – Seit vielen Jahren diskutieren Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die Reaktivierung der Höllentalbahn für einen Lückenschluss zwischen dem fränkischen und dem thüringischen Bahnnetz. Seit etwa acht Jahren setzt sich der Verein Höllennetz unter Vorsitz von Fritz Sell für die Wiederbelebung dieser Bahnverbindung ein. Eine unerwartete Unterstützung haben Sell und seine Mitstreiter nun vom Verkehrspolitischen Informationsverein (VIV) aus Berlin erhalten. Wie VIV-Vorsitzender Alexander Kaczmarek im Gespräch mit der Frankenpost erläuterte, organisiert der VIV regelmäßig Veranstaltungen, um den Bürgern verkehrspolitische Themen näherzubringen. Am 13. August, also am Jahrestag des Mauerbaus, nehme der VIV alljährlich einen Lückentest vor. Bislang sei dabei die Situation rings um Berlin untersucht worden. „Bis heute sind dort Verkehrsverbindungen noch nicht geschlossen, die 1961 unterbrochen worden sind“, betont Kaczmarek.
Anlässlich des 50. Jahrestags des Mauerbaus habe der VIV nun einmal die Situation im bundesweiten Maßstab untersuchen wollen. Dazu hätten sich die Werratalbahn und die Höllentalbahn angeboten. Über das Internet ist Kaczmarek auf den Verein Höllennetz gestoßen und hat Kontakt mit Fritz Sell aufgenommen.
Sell und Kassierer Stefan Winkler empfingen den Verein bei der Ankunft des fahrplanmäßigen Zuges am Bahnhof in Blankenstein. Als Geschenk überreichte Kaczmarek einen fingierten Fahrschein von Berlin über Blankenstein nach Marxgrün, wohlwissend, dass man den letzten Abschnitt derzeit nicht mit dem Zug zurücklegen kann. Anschließend begann die „Rail-Trekking-Tour“ des 18 Teilnehmer aus der Bundeshauptstadt, die zum Bahnhof Marxgrün führte. Dort stiegen die Wanderer nach dreieinhalb Stunden wieder in einen Zug ein, um über Hof die Heimfahrt anzutreten.
Fritz Sell erläuterte am Bahnhof Lichtenberg in Blechschmidtenhammer die Geschichte der Höllentalbahn und die bisherigen Bemühungen des Vereins Höllennetz. „Für Infrastruktur-Investitionen muss man viel Geduld aufbringen“, sagte Kaczmarek. Wer Verkehrspolitik betreibe, müsse sehr alt werden, um die Früchte seiner Arbeit genießen zu können, fügte der VIV-Vorsitzende hinzu. Kaczmarek ermunterte den Verein Höllennetz, nicht lockern zu lassen und weiter für den Lückenschluss zu kämpfen. Dafür wünschte der VIV-Vorsitzende viel Erfolg.
Den Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/lokal/hofrehau/hof-land/art2438,1722639

weitere Info unter: http://www.vivev.de/index.php/deutsch/viv-termine.html

 

Kampf um den Lückenschluss
Befürworter der Reaktivierung der Höllentalbahn wandern entlang der Trasse von Blankenstein nach Marxgrün. Sie beklagen, dass die Politik die Schiene gegenüber der Straße benachteiligt.

FRANKENPOST — Von Werner Rost
Marxgrün/Blankenstein – Der Verein Höllennetz und der Verkehrspolitische Informationsverein (VIV) aus Berlin haben, wie kurz berichtet, am 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August eine „Rail-Trekking-Tour“ von Blankenstein nach Marxgrün auf den Spuren der Höllentalbahn unternommen.
Der VIV-Vorsitzende Alexander Kaczmarek war mit 17 Mitgliedern aus Berlin angereist. Die Berliner hatten sich bewusst Marxgrün als Ziel auserkoren, wohlwissend, dass seit 1945 keine direkte Zugverbindung mehr durchs Höllental besteht. Somit blieb den verkehrspolitisch Interessierten nichts anderes übrig, als in Blankenstein eine Wanderung zu beginnen.
Höllennetz-Vorsitzender Fritz Sell und Kassier Stefan Winkler begleiteten die „Rail-Trekker“ über die thüringisch-fränkische Grenze und diskutierten mit ihnen über die Chancen für eine Wiederbelebung der Höllentalbahn. Sell bot zunächst einen historischen Rückblick auf die Zeit des Bahnbaus an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert. „Wir befinden uns jetzt zwar auf bayerischem Boden, aber die Bahn war eine preußische“, betonte Sell. Die Strecke durch das Höllental bis zur Einfahrweiche in Marxgrün sei nach preußischen Normen gebaut worden, was den Oberbau, die Brücken, Tunnel und Weichen betreffe. Der Bahnhof Lichtenberg sei kein Gebäude der königlich-bayerischen, sondern der preußischen Staatsbahn gewesen.
Die großen roten Ziegelgebäude erinnern laut Sell noch heute daran, dass sich hier am Knotenbahnhof Marxgrün zwei Bahnverwaltungen befanden. Mittlerweile sei der Bahnhof Marxgrün zu einem Haltepunkt verkommen, bedauerte Sell.
Kaczmarek erkundigte sich, wie realistisch die Chance für eine Reaktivierung der Höllentalbahn sei. Sell hatte eigenen Angaben zufolge im Jahr 2002 bei der Gründung des Vereins Höllennetz noch die Hoffnung, dass das Projekt in fünf Jahren umgesetzt werden könne. Er räumte einen „gewissen Grad an Naivität“ zum damaligen Zeitpunkt ein.
Maßgeblich ist für ihn die Veröffentlichung einer neuen Studie. „Wir haben wissenschaftlich belegt, dass jährlich 750 000 Tonnen Güter von der Straße auf die Schiene verlegt werden können“, sagte Sell. Trotz dieses Gutachtens sei man keinen Schritt weiter gekommen. Er habe Hoffnung auf die thüringische Koalitionsvereinbarung der schwarz-roten Regierung gesetzt. Sell bedauerte, dass sich die Bundesländer Thüringen und Bayern auf eine negative Haltung abgestimmt und diese im gleichen Wortlaut an die IHK und an den Bundesverkehrsminister gesandt hätten.
Während der Diskussion schlug der ehemalige Bahnbetriebsleiter und Hobby-Eisenbahnhistoriker Eberhard Krauß vor, interessierte Betriebe um eine finanzielle Beteiligung am Wiederaufbau zu bitten.
Heute sei es eine Selbstverständlichkeit, sagte dazu Sell, dass für jede Firma Asphalt in bester Qualität mit entsprechenden Lkw-Wenderadien bis ans Werkstor gelegt werde. „Beim Straßenbau stellt man nicht die Frage nach der Wirtschaftlichkeit“, kritisierte er. Sell beklagte eine „absolute Ungleichbehandlung zwischen Straße und Schiene“. Die Vertreter beider Vereine zeigten sich überzeugt, dass die Auto-Lobby großen Einfluss auf die Regierungen nehmen werde.
Kaczmarek ermutigte den Verein Höllennetz, nicht locker zu lassen und weiter für einen Lückenschluss zu kämpfen: „Wer Verkehrspolitik betreibt, muss sehr alt werden, um die Früchte seiner Arbeit genießen zu können.“ Nach der Einkehr in Blechschmidtenhammer mussten sich die Berliner sputen, um den Zug zu erreichen. Immerhin ließen es sich die „Rail-Trekker“ nicht nehmen, im Abschnitt vom Teufelssteg bis zum Ortsrand von Marxgrün möglichst nahe an der alten Trasse der Höllentalbahn zu wandern.

Den Pressebericht finden Sie unter: http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/art2443,1723475

 

28.07.2011
Metropolregion Nürnberg – Erfordernisse für eine optimale Verkehrsinfrastruktur aus Sicht der Wirtschaft

Fortschreibung 12-Punkte-Programm Verkehr der Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion
Höllentalbahn ist unter Projekt 11 Ausbau des Kombinierten Verkehrs in der Metropolregion aufgeführt.

link: http://www.ihk-nuernberg.de/nbg/media/PDF/Standortpolitik-und-Unternehmensfoerderung/Verkehr/12-Punkte-Programm/12-Punkte-Programm-Verkehr.pdf

 

12.06.2011
Höllentalbahn im Kontext bayerischer Heimatpflege

In der Vorschau auf den 36. bayerischen Heimattag des bayerischen Landesvereins für Heimatpflege vom 01. bis 03. Juli 2011 in Bad Steben greift das Heft Nr.2 Schönere Heimat vor allem regionale oberfränkische Themen auf.
Zwei Beiträge von Gernot Dietel und Stefan Winkler widmen sich der regionalen Eisenbahngeschichte.

12.05.2011
Bayerisches Fernsehen Frankenschau:
Marxgrün (Lkr. Hof): Höllentalbahn soll wieder fahren

Das Bayerische Fernsehen, Studio Nürnberg berichtete heute live aus dem Bahnhof Lichtenberg.
Den Beitrag finden Sie unter:
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/frankenschau-aktuell/live-vor-ort-fsa-video-ID1305205598399.xml

 

11.04.2011
Staatsregierung erhebt Einwendung gegen Rückbau von Weichen und Gleis im Bahnhof Naila – aber nicht wegen Höllentalbahn

MdL Peter Meyer hat in einer schriftlichen Anfrage an die Staatsregierung, die nunmehr mit Schreiben vom 04.04.2011 beantwortet wurde, Auskunft erbeten,
-ob die Staatsregierung gegen den beabsichtigten Rückbau eines Gleises im Bahnhof Naila Einwendungen erheben wolle,
-wie die Staatsregierung den vollständigen Betriebsausfall auf einigen Strecken in Oberfranken in dem Zeitraum Dezember 2010/Januar2011 beurteile und
-hinsichtlich der einzubehaltenden Entgelte für die Bestellung des Schienennahverkehrs.

Beabsichtigter Rückbau eines Gleises und vier Weichen im Bahnhof Naila

Wenn die Staatsregierung die mögliche Reaktivierung der Höllentalbahn derzeit auch nicht als sehr relevant ansieht, so ist jedenfalls die Einwendung gegen den Rückbau in Naila zu begrüßen. Meyer: “Dies wäre ja nicht das erste Mal, dass erst Infrastruktur beseitigt wird und anschließend wieder für teures Geld neu errichtet werden muss. Man denke da nur an die Wiederertüchtigung der Strecke Selb-Asz!“.
Hier geht es zur Anfrage und Antwort der Staatsregierung

 

14.03.2011
Bundestag: Reaktivierung der fränkischen Höllentalbahn

Bei der Reaktivierung der fränkischen Höllentalbahn wird ein Verlagerungspotenzial von 750.000 Tonnen pro Jahr erwartet. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort ( 17/4935 ) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion ( 17/4707 ) mitteilt, wird in einer Studie der Fachhochschule Erfurt von mindestens vier Güterzugpaaren je Werktag auf der reaktivierten Strecke ausgegangen.
Einen nennenswerten durchgehenden Verkehr zwischen Asch (Tschechien) und Saalfeld über die Höllental- und Sormitztalbahn erwartet die Bundesregierung nicht
Pressemeldung Bundestag, 14.03.11

17.02.2011
König kontra Höllentalbahn

Bad Steben – Landtagsabgeordneter Alexander König hält eine Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn für sinnlos. Eine Studie der Fachhochschule Erfurt zur Höllentalbahn habe aufgezeigt, dass auch nach einer Wiederinbetriebnahme dieser Bahnstrecke an keinem Querschnitt die Zahl von 1000 Reisenden erreicht werde, teilt König mit. „Im Abschnitt Saalfeld bis Marxgrün liegen die Werte deutlich darunter, weshalb der immer wieder beabsichtigte Lückenschluss nach den gültigen Regeln für den Schienenpersonenverkehr keinen Sinn macht.“
Nach der Studie des Instituts für Regional- und Fernverkehrsplanung Dresden sei die Transportkapazität für den Güterverkehr auf der bestehenden Bahnstrecke von Saalfeld bis Blankenstein noch längst nicht ausgeschöpft. Nachdem das Bedienkonzept im Güterwagenverkehr auch nicht auf kürzere Wege sondern auf eine Minimierung der Rangiervorgänge abzielt, ergebe sich auch für die thüringische Holzindustrie keine Verbesserung aus einer Verlagerung des südwärts führenden Verkehrs durch das Höllental. „Zudem gibt es auch keine aktuelle Kostenschätzung, was eine Schließung der Lücke und eine Ausrichtung für den Güterverkehr kosten würde. Vor zwanzig Jahren wurden die Wiederherstellungskosten alleine für die Eignung für den Schienenpersonenverkehr auf rund 50 Millionen Mark geschätzt.“
Nach alledem habe die Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn keinen Sinn, folgert der Abgeordnete. „Sie ist weder für die Holzindustrie in Thüringen notwendig noch würde der Lückenschluss für die Menschen auf bayerischer Seite Vorteile bringen. Vielmehr würden damit erhebliche Beeinträchtigungen für die Menschen und die Natur einher gehen. So müsste eine für den Güterverkehr geeignete Bahnstrecke durch das Naturschutzgebiet Höllental gebaut werden. Zudem müssten wieder Bahnübergänge in Blechschmidtenhammer, Hölle und Marxgrün errichtet werden.“ Außerdem wären die vielen an der Bahnstrecke wohnenden Menschen den erheblichen, vom Güterverkehr ausgehenden Lärmbelästigungen ausgesetzt.
Schon alleine die Interessenabwägung mache deutlich, dass das Projekt keinesfalls im öffentlichen Interesse wäre und damit auch vor Gericht mangels Notwendigkeit scheitern würde.
Den Pressebericht mit Leserkommentaren finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1442118

ohne Kommentar HOELLENNETZ

 

15.02.2011
Weiterer Investitionsbedarf im deutschen Schienennetz

VDV veröffentlicht Maßnahmen mit 350 möglichen Aus- und Umbauprojekten — Höllentalbahn aktuell dabei
Zum fünften Mal veröffentlicht der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) seine Maßnahmenliste zum „Investitionsbedarf für das Bundesschienenwegenetz aus Sicht der Nutzer“. 350 konkrete Maßnahmen und Projekte von insgesamt 68 Eisenbahnverkehrs-unternehmen aus dem Nah-, Fern- und Güterverkehr, Verkehrsverbünden und Aufgabenträgern geben einen umfassenden Überblick über den bestehenden Investitionsbedarf im deutschen Schienennetz aus Sicht der Nutzer.
„Diese Umfrage deckt nahezu 100 Prozent des deutschen Schienenverkehrsmarktes ab und macht eindrucksvoll deutlich, wo akuter investiver Handlungs- und Finanzierungsbedarf für den weiteren Ausbau des Netzes besteht. Dabei handelt es sich überwiegend um Vorschläge mit vergleichsweise geringen Investitionsvolumina im Vergleich zu den bekannten Großprojekten“, erklärt VDV-Präsident Jürgen Fenske.

Maßnahmenliste zeigt Probleme und Lösungen – Finanzmittel reichen nicht aus

Die Einzelmaßnahmen zeigen detailliert auf, wo Probleme im Schienennetz existieren und welche Lösungen es dafür gibt. Im Güterverkehr wird schwerpunktmäßig der Mangel an Überholmöglichkeiten, Weichenverbindungen sowie von Neben-, Abstell- und Ladegleisen kritisch bewertet. Die Personenverkehrsunternehmen fordern insgesamt mehr Flexibilität im Zuschnitt und in der Auslegung der Infrastruktur, um die Betriebsprogramme besser an sich ändernde Nachfragestrukturen anpassen zu können. „Die Lösungsvorschläge zeigen, dass manchmal schon die Reaktivierung eines Kreuzungsgleises oder der Bau einer Verbindungskurve ausreichen würden, um die Verkehrssituation vor Ort nachhaltig zu verbessern“, erklärt Fenske.
Mit den aktuellen Mittelansätzen im Bundeshaushalt und der mittelfristigen Finanzplanung für das Bundesschienenwegenetz sind diese zusätzlichen Projekte aber nicht zu finanzieren. Der VDV fordert daher, die Investitionen des Bundes für Neu- und Ausbau des Netzes dauerhaft von heute 1,4 Milliarden auf 1,9 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. „In der Überprüfung des aktuellen Bedarfsplans zum Ausbau des Bundesschienennetzes sind 29 Projekte des vordringlichen Bedarfs positiv bewertet worden. Mit den momentan jährlich zur Verfügung stehenden 1,4 Milliarden Euro würde allein die Umsetzung dieser vordringlichen Maßnahmen etwa 18,5 Jahre dauern. Im Grundgesetz steht, dass der Bund beim Ausbau und Erhalt des Schienennetzes den Verkehrsbedürfnissen Rechnung tragen muss. Das aktuelle Konzept tut dies aber nicht. Wir fordern den Bund daher auf, endlich mehr Finanzmittel für ein bedarfsgerechtes Netz vorzulegen“, so Fenske. Eine weitere Forderung des VDV bezieht sich auf die Finanzierung der Infrastruktur nichtbundeseigener Eisenbahnen durch den Bund: Für Verkehrsanlagen der so genannten NE-Bahnen hat der Verband einen jährlichen Finanzierungsbedarf von 150 Millionen Euro ermittelt, die der Bund zusätzlich bereitstellen muss.

Konstruktive Gespräche mit der DB Netz AG

Der VDV hat, wie auch in den Jahren zuvor, alle in der aktuellen Liste vorgeschlagenen Maßnahmen mit der DB Netz AG, dem Schieneninfrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn, im Detail diskutiert. Aus der letzten VDV-Maßnahmenliste aus dem Jahr 2009 sind inzwischen 48 Verbesserungsvorschläge umgesetzt worden, 187 weitere befinden sich in der Planung oder sind Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans. „Diese Gespräche sind immer sehr intensiv und konstruktiv, da natürlich auch die DB Netz AG an wirksamen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen zur Verbesserung des Schienennetzes interessiert ist“, so Fenske abschließend.
Pressekontakt:

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)
Lars Wagner
Pressesprecher
Tel.: 030 399932-14
Mail: wagner@vdv.de

12.03.2011
Kaum Chancen für Reaktivierung der Höllentalbahn
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht wenig Chancen, die «Höllentalbahn» zwischen Marxgrün (Landkreis Hof) und dem thüringischen Blankenstein wiederzubeleben.

FRANKENPOST
Hof/Berlin (dpa/lby)
Das Potenzial an Reisenden liege deutlich unter den für einen wirtschaftlichen Personenverkehr erforderlichen 1000 Fahrgästen pro Tag, teilte Ramsauer dem Hofer CSU-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Friedrich mit. Auch die wachsende Zahl von Holztransporten zur Papierfabrik Blankenstein lasse sich über die bestehende Bahnlinie Saalfeld-Hockeroda-Blankenstein abwickeln, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben.
Ramsauer geht davon aus, dass der Lückenschluss zwischen Bayern und Thüringen mindestens 50 Millionen Euro kosten würde. Deshalb bestehe für den Netzbereich der Deutsche Bahn keine Veranlassung, eine neue Wirtschaftslichkeitsberechnung in Auftrag zu geben. Ungeachtet dessen hat der Minister die Deutsche Bahn gebeten, die Reaktivierung der Höllentalbahn durch ein privates Eisenbahnunternehmen zu prüfen.
Den Pressebericht mit Leserkommentaren finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1438745

Kommentar HOELLENNETZ:
So funktioniert also deutsche Verkehrspolitik: jahrelange laute Rufe nach Verlagerung von Gütern auf die Schiene, dann zeigt ein wissenschaftlich fundiertes Gutachten genau diese Möglichkeit in relevanten Größenordnungen auf, aber der Verkehrsminister rückt in keinster Weise von seiner, und der jahrelang vom Bundesverkehrsministerium vorgetragen (und in trauter Gemeinsamkeit mit der DB AG) ablehnenden Argumente ab. Nicht genug, wenn nichts weiterhilft wird halt die Kostenkeule geschwungen: aus einer Kostenschätzung der Deutschen Bundesbahn aus 1991 mit 50 Mio DM ( welche immer wieder zitiert wird aber noch niemand gesehen hat ! ) wird urplötzlich in der Pressemeldung der dpa 50 Mio €.
Das Ansinnen von Minister Ramsauer den Platzhirsch Deutsche Bahn AG zu bitten, eine Prüfung durch ein privates Konkurrenzunternehmen zu veranlassen lässt nicht gerade an einen hoch motivierten Vorgang glauben, sondern eher das Ergebnis vorausahnen.

27.01.2011
Die Wege werden länger

FRANKENPOST Michael Geitz
Oberbürgermeister Kreil stellt sich bei der Bürgerversammlung der Kritik der betroffenen Landwirte und Grundstückseigentümer. Der Selber Stadtrat entscheidet heute.
Selb-Erkersreuth – Weite Umwege und gefährliche Situationen beim Überqueren der stark befahrenen Staatsstraße, das befürchten Landwirte und Grundstückeigentümer durch die vom Wirtschaftsministerium und der Bahn geplanten Schließungen von Bahnübergängen entlang der Strecke von Selb-Plößberg bis zur Grenze. Diese Befürchtungen teilt der Selber Stadtrat und hat daher den Erhalt von drei der fünf von der Schließung betroffenen Übergänge gefordert. Und das, obwohl dafür Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro entstehen, von denen die Stadt voraussichtlich 40 Prozent zu tragen hat.
Bei der Bürgerversammlung in der Schulturnhalle in Erkersreuth (wir berichteten bereits) wurde aber auch beklagt, dass in den von der Bahn gemachten Vorschlägen für die Umwege zum Teil Wege enthalten seien, die überhaupt nicht existierten.
Großer Wert wurde in der Diskussion darauf gelegt, dass die noch sehr enge Bahnunterführung bei Wildenau erneuert wird. Dies sicherte Oberbürgermeister Wolfgang Kreil zu. Die werde so groß ausfallen, dass es wesentliche Verbesserungen für die Landwirte mit ihren inzwischen doch sehr großen Fahrzeugen geben werde. Der Selber Stadtrat wird in seiner heutigen Sitzung eine neue Entscheidung über den Wegfall der Bahnübergänge treffen.
Erwartungsgemäß ging es in der Bürgerversammlung aber nicht nur um die Bahnübergänge. Oberbürgermeister Wolfgang Kreil ging nochmals auf die Kosten für die Reaktivierung der Strecke ein. Er kommt unter dem Strich auf eine Summe von 156 Millionen Euro.
Dazu sagte Stadtrat Uli Pötzsch, der städtische Anteil betrage gerade einmal zirka 4,5 Prozent. „Das ist eine geringe Summe für ein einmaliges Vorhaben.“ Er fügte hinzu: „Wenn die Gelder nicht hier ausgegeben werden, dann irgendwo anders.“
Das bestätigte Florian Liese aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, der auf Nachfrage erklärte, die EU-Fördermittel flössen in die EU-Töpfe zurück und die Mittel der Bundesrepublik und der Bahn würden dann an anderer Stelle im Freistaat investiert.
Hart ins Gericht ging Pötzsch auch mit den Bahngegnern. Denen gehe es gar nicht um das Geld, das sie für die Instandhaltung von Straßen oder zur Förderung von sozialen Einrichtungen eingesetzt sehen wollten, sondern sie „verfolgen doch nur ihre persönlichen Interessen. Ich fände es gut, wenn sie das endlich einmal bekennen würden.“
Erneut diskutiert wurden auch die prognostizierten Fahrgastzahlen von über 1000 pro Tag. Florian Liese betonte, man dürfe nicht nur den Bereich Selb-Plößberg – Asch betrachten. Vielmehr müsse man für die Ermittlung von Fahrgastzahlen die gesamte Strecke von Hof bis nach Eger in die Berechnungen einbeziehen.
Mit der Reaktivierung der Bahnlinie von Selb-Plößberg – Asch werde auch die Linie von Selb nach Hof gesichert, meinte Stadtrat Walter Wejmelka. Und die sei zu bestimmten Zeiten unverzichtbar für die Bevölkerung.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1425685

Kommentar HOELLENNETZ:
Es ist nicht selbstredend, dass die bayerische Staatsregierung hinter allen in der Region entstandenen Projekten steht, beim Lückenschluss Plößberg-As wurden in letzter Zeit jedoch die massgebenden Impulse durch die Regierung gesetzt. Umso beachtenswerter und hilfreich sind die Ausführungen von Florian Liese (hervorgehobener Absatz) zur Darlegung der Ergebnisse des Gutachtens zu den SPNV Zahlen Plößberg-As.
Eine vollkommen entgegengesetzte Haltung nimmt jedoch gleiches Ministerium mit gleichem Redner Florian Liese bei der Betrachtung zum Lückenschluss Höllentalbahn ein. Beim Treffen am 24.11.2010 in Selbitz zur Vorstellung der Potentialstudie zur HTB verwies er (wie auch sein thüringer Kollege Hummel) einzig auf die im Abschnitt Blankenstein-Marxgrün prognostizierten nur 590 Fahrgäste und liess die für die Gesamtstrecke Saalfeld-Hof genannten 2.030 Fahrgäste/Tag nicht gelten. Diese hier bei der HTB angewandte Sichtweise wird somit nur dazu benutzt, damit die Ministerien hier ihre Nicht-Handlungsfähigkeit erklären können oder gar keinen Handlungszwang erfüllen müssen.
So bliebe nur zur Klärung des Unterschiedes dieser beiden technisch so ähnlichen Lückenschlüsse die Frage zu stellen, ob die politische und administrative Unterstützung alleinig davon abhängig ist, ob EU-Fördermittel fliessen?

 

26.01.2011
Allianz pro Schiene: Bahnen mit Netzausbau in Deutschland unzufrieden

Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat der Schienengüterverkehr die Wirtschaftskrise überwunden und kommt im Jahr 2010 wieder auf einen Marktanteil von 17,2 Prozent. „Damit sind die Güterbahnen schneller gewachsen als der Lkw-Verkehr“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Der Einbruch im Jahr 2009, als der Marktanteil der Schiene auf 16,5 Prozent gesunken war, ist damit so gut wie wettgemacht.“
Angesichts steigender Ölpreise erwartet die Allianz pro Schiene in den kommenden Jahren einen Boom des Schienengüterverkehrs, der schon heute überwiegend elektrisch unterwegs ist. „Den jahrelangen Aufwärtstrend des Schienengüterverkehrs hat die Wirtschaftskrise nur vorübergehend gestoppt. Die Erfolgsgeschichte wird sich in den nächsten Jahren fortschreiben.“
Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer warnte die Politik allerdings davor, beim Thema Verlagerung nur auf steigende Benzinpreise zu warten. „Der zweite wichtige Erfolgsfaktor sind Investitionen ins Schienennetz“, sagte Flege. Hier seien die deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) nicht zufrieden mit der Entwicklung.
Nach einer Umfrage der Bundesnetzagentur vom Dezember 2010 beurteilten 37 Prozent der Bahnen in Deutschland den Ausbauzustand des Netzes als „schlecht oder ungenügend“. „Das ist ein schlechtes Zeugnis, das der Verkehrspolitik des Bundes damit ausgestellt wird“, sagte Flege. Insgesamt die Hälfte der Bahnen beurteilte den Ausbauzustand als „mittelmäßig“. „Das ist ein starker Indikator dafür, dass mehr Geld ins Netz fließen muss“, sagte Flege. Nach Berechnungen der Allianz pro Schiene liegt der jährliche Bedarf bei 5 Milliarden Euro. Der Bund hat für 2011 lediglich 3,9 Milliarden vorgesehen
(Pressemeldung Allianz pro Schiene, 27.01.11).

25.11.2011
Bahn-Chaos führt zum bösen Nachspiel

FRANKENPOST – Werner Rost
Die Zugausfälle und Verspätungen in der Region haben Folgen: Nach einer Beschwerde des Freistaats müssen die Führungskräfte von DB Netz jetzt Rechenschaft ablegen.
Hof / München / Bonn – Viele Fahrgäste, die während der schneereichen Wochen zwischen Ende November und Anfang Januar mit dem Zug gefahren sind, haben eine regelrechte Odyssee erlebt. An vielen Tagen hatten die Regionalzüge massive Verspätungen, etliche Züge fielen total aus und bei vielen Verbindungen mussten die Reisenden zusätzlich umsteigen und erreichten ihr Ziel oft erst Stunden später. Besonders unangenehm war das lange Warten in klirrender Eiseskälte an den kleineren Stationen ohne beheizte Warteräume. Im bayernweiten Vergleich war die Situation für die Reisenden in Oberfranken und in der nördlichen Oberpfalz am schlimmsten.
Dies hat auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) dokumentiert, die den Regionalverkehr im Auftrag des Freistaats bei DB Regio und den Privatbahnen bestellt, bezahlt und überwacht. BEG-Geschäftsführer Fritz Czeschka kritisiert im Gespräch mit der Frankenpost die Nachlässigkeit von DB Netz während der Schneefall-Perioden. Die Gleise und Weichen seien nicht zeitnah geräumt worden. Nach kurzfristigen Tauwetterlagen und anschließender Vereisung der Infrastruktur seien an den Zügen der Verkehrsbetriebe Schäden entstanden.
Nach einer Beschwerde der BEG bei der Bundesnetzagentur hat diese in einem bundesweit bislang einmaligen Fall ein Verfahren gegen die verantwortliche DB Netz AG wegen „fehlenden Netzzugangs“ eingeleitet. Wie ein Sprecher der Bundesbehörde bestätigt, hat es ein derartiges Verfahren wegen mangelhaften Schneeräumens bislang noch nie gegeben.
Die Bundesnetzagentur hat das „Kundencenter Netzfahrplan“ der DB Netz AG in Frankfurt am 12. Januar angeschrieben. In dem fünfseitigen Schreiben, das der Frankenpost vorliegt, bezieht sich der Referatsleiter Dr. Karl-Heinz Rochlitz von der Bundesnetzagentur schwerpunktmäßig auf die Situation in Oberfranken. Laut seinem Schreiben an DB Netz beweisen Fotos der BEG, dass die Gleise und Weichen ungenügend geräumt worden sind. „Bei Bahnübergängen im Raum Naila ist die Straße ordentlich geräumt, das Gleis hingegen fast nicht zu erkennen“, heißt es in der langen Mängelliste. Signale, Weichen und Abstellgleise seien vielerorts nicht zu erkennen. Die Bundesnetzagentur wirft auch die Frage auf, inwieweit überhaupt noch ein sicherer Bahnbetrieb gewährleistet ist, wenn massive Eisbrocken im Gleis liegen und wenn die Schleifspuren von Kabeln im Schnee zu sehen sind.
Rochlitz zitiert die Schneefall-Messdaten vom Hofer Flughafen seit dem 22. November 2010, die als „für Oberfranken relativ normale winterliche Verhältnisse“ eingestuft sind. Die BEG und die Bundesnetzagentur verweisen außerdem auf den Bericht „Die Tschechen sind pünktlich“ in der Frankenpost vom 27. Dezember 2010 (siehe unten „Mehr zum Thema“), in dem wir im Rahmen einer Reportage die Verkehrsverhältnisse am ersten Weihnachtsfeiertag bei der Bahn in Oberfranken und im benachbarten Böhmen verglichen haben.
Die Bundesnetzagentur hat gegenüber der DB Netz AG eine Anhörung Mitte Februar angeordnet. Dabei werden die Vertreter der Bahn einen umfangreichen Fragekatalog beantworten müssen. „Warum wurden Strecken tagelang nicht geräumt, so dass es infolge Frostwechselwetters zu noch größeren Problemen kam?“, lautet eine der 16 Fragen. Die Agentur möchte von DB Netz auch wissen, inwieweit die Verkehrsbetriebe Trassengebühren für ausgefallene Züge bezahlen müssen.
Wie aus dem Schreiben der Bundesnetzagentur an die DB Netz hervorgeht, soll durch das laufende Verfahren eine „dauerhafte Problemlösung“ sichergestellt werden.
Die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg (Die Grünen) beklagt in einer Pressemitteilung die massiven Zugausfälle auf den Nebenstrecken im Hofer Land. „Für den ganz normalen oberfränkischen Winter hat die Deutsche Bahn kein Konzept“, kritisiert Scharfenberg. Dies sei das Ergebnis einer verfehlten Bahnpolitik. Um den Konzern an die Börse zu bringen und Gewinne zu maximieren, sei auf dem bundeseigenen Schienennetz jahrelang auf Verschleiß gefahren worden.

Bundesnetzagentur
Seit 2006 hat die Bundesnetzagentur in Bonn die Aufsicht über den Wettbewerb im Bereich des Bahnnetzes. Die Agentur ist außerdem für das Postwesen zuständig und überwacht den freien Zugang zu den Elektrizitäts-, Gas- und Telekommunikationsnetzen. Im Bahnwesen wacht die Agentur über die Einhaltung der Zugangsvorschriften zur Infrastruktur. Die Bundesbehörde hat in den beiden vergangenen Jahren Stationsgebühren der DB für Halte an Bahnhöfen sowie den „Regionalfaktor“ für Trassen auf Nebenstrecken für rechtswidrig erklärt und Änderungen gefordert.
Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/wirtschaft-fp/art2448,1423866

 

27.12.2010
Die Tschechen sind pünktlich

Über die Feiertage ist der Bahnverkehr auf mehreren oberfränkischen Strecken wegen Schneeverwehungen völlig eingestellt worden. Dagegen waren die Züge in Böhmen nach Fahrplan unterwegs.
FRANKENPOST – Werner Rost

Hof/Lichtenfels/Karlsbad – An Weihnachten 2010 werden sich wohl alle Reisenden noch lange erinnern, die während der Feiertage mit dem Zug unterwegs waren. Massive Verspätungen von bis zu zwei Stunden und Zugausfälle waren an der Tagesordnung. Sogar auf der wichtigen Franken-Sachsen-Magistrale musste der Zugverkehr am Samstagabend und Sonntagnachmittag wegen Schneeverwehungen bei Gutenfürst vorübergehend eingestellt werden.

Bereits vor knapp einer Woche hatten die Meteorologen einen starken Wintereinbruch mit ergiebigen Schneefällen über die Feiertage angekündigt. Wir wagen dennoch eine Fahrt im Gebiet des internationalen Verkehrsverbunds Egronet, das sich von Lichtenfels über Kulmbach, Hof, Gera, Zwickau, Karlsbad, Weiden und Bayreuth erstreckt. Die Fahrt begann am Samstagmorgen in Lichtenfels und sollte zunächst nach Hof führen. In Neuenmarkt-Wirsberg, wo man derzeit nach Hof umsteigen muss, heißt es: „Der Zug nach Hof hat unbestimmte Zeit Verspätung.“ Die Strecke ist wegen Schneeverwehungen gesperrt. Der Schneepflug wird erst am Vormittag eingesetzt.

In Bayreuth ist ein Regionalexpress (RE) nach Würzburg erst mit einer halben Stunde Verspätung abgefahren. Laut Ansage wegen einer „witterungsbedingten Störung“. Tatsächlich ist die Strecke frei und der Zug stand am Bahnsteig abfahrbereit. „Der Lokführer steht noch im Stau auf der Autobahn“, berichtet schließlich ein Service-Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB). Der Interregio-Express (IRE) von Nürnberg steigert während der Fahrt über Bayreuth und Hof nach Dresden kontinuierlich seine Verspätung – und das nicht nur wegen Ausfall der Neigetechnik. In Bayreuth muss der IRE wegen Weichenstörungen auf ein anderes Gleis umgeleitet werden. Das gleiche Problem in Hof: Erst kannder IRE nicht in den Hauptbahnhof einfahren, dann verzögern ungewartete Weichen die Ausfahrt und die Verspätung erhöht sich um weitere zehn Minuten auf mittlerweile über eine halbe Stunde.

Unsere Fahrt führt über Zwickau, Aue und Johanngeorgenstadt nach Karlsbad. Obwohl in den Hochlagen des Erzgebirges noch mehr Schnee liegt als in Oberfranken und auch diese Erzgebirgs-Querbahn stellenweise von Schneeverwehungen betroffen ist, fahren die Züge der tschechischen Staatsbahn nach Fahrplan. Pünktlich auf die Minute bringt eine Diesellok drei Personenwaggons bei Pernink (Bärringen) über den Scheitelpunkt der Erzgebirgsquerbahn bei immerhin 902 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Zu diesem Zeitpunkt hat die DB den Zugverkehr auf den mehr als 300 Meter niedriger gelegenen Strecken nach Bad Steben, Selb und Helmbrechts längst eingestellt.

Eine weitere Überraschung am oberen Bahnhof in Karlsbad: Alle Fern- und Nahverkehrszüge auf der Hauptstrecke zwischen Eger, Karlsbad, Aussig und Prag rollen pünktlich auf die Minute. Der Schnellzug aus Prag erreicht ohne eine einzige Weichenstörung Eger. Zurück auf bayerischer Seite das gewohnte Bild: Alle RE- und IRE-Züge der DB sind erheblich verspätet.

Besonders chaotisch ist die Situation am Samstagabend am Hofer Hauptbahnhof, als der Nord-Süd-Verkehr wegen den Schneeverwehungen bei Gutenfürst vorübergehend völlig ruht. Viele Fahrgäste beklagen die unzureichenden und zum Teil widersprüchlichen Informationen. So soll einer Lautsprecherdurchsage zufolge um 19.44 Uhr ein RE nach Neuenmarkt-Wirsberg fahren. Laut der elektronischen Anzeige am Bahnsteig soll dieser RE hingegen ausfallen. Er fährtschließlich tatsächlich – mit 20 Minuten Verspätung und ohne Zugbegleiter. Pech haben jene Fahrgäste, die weiter in Richtung Lichtenfels wollen, denn sie müssen knapp eine Stunde bei frostigen Temperaturen in Neuenmarkt-Wirsberg verbringen.

Nicht ganz so chaotisch ist die Situation auf den elektrifizierten Bahnstrecken im westlichen Oberfranken von Lichtenfels über Coburg nach Sonneberg sowie über Kronach nach Saalfeld. Als „großen Fehler“ bezeichnet ein oberfränkischer Fahrdienstleiter den derzeitigen Fahrplan, nach dem die Franken-Sachsen-Expresszüge wieder mit Neigetechnik und somit eigentlich kürzeren Fahrzeiten unterwegs sein sollten. „Mit dem alten Fahrplan hätten wir einigermaßen pünktliche Züge“, ist der Fahrdienstleiter überzeugt.

Bahnbeobachter aus der Region kritisieren zudem die massiven Einsparungen bei DB Netz in den vergangenen Jahren unter der Ära des früheren Bahnchefs Mehdorn. „Die Schneefräse, die früher betriebsbereit in Hof stand, ist nach Kempten ins Allgäu verlagert worden“, berichtet ein Bahnfan. Zudem habe die DB in Hof keine einzige eigene Lokomotive mehr stationiert. Der Bahnkenner weist darauf hin, dass die Bahntochter DB Netz jedes Mal eine Lok einer Privatbahn anheuern muss, wenn der einzige in der Region noch vorhandene Schneepflug aus Marktredwitz eingesetzt wird.

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter:
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1403060