Neuer Impuls für die Höllentalbahn

24.02.2017 OTZ
Im nächsten Doppelhaushalt des Freistaats Thüringen soll Geld für Machbarkeitsstudie geplant werden

Blankenstein/Friesau. Auf Thüringer Seite steigen die Erwartungen zur Reaktivierung der Höllentalbahn. Mit der in dieser Woche bekannt gewordenen Übernahme des Klausner-Sägewerkes durch die Mercer Gruppe ist erneut auf die „transportintensiven Unternehmen“ in Blankenstein und Friesau hingewiesen worden, bei denen ein Großteil des Güterverkehrs per Bahn erledigt werden könnte. Doch in Richtung Süden klafft noch immer die seit Ende des Zweiten Weltkrieges bestehende Gleislücke durchs Höllental. Mit der Übernahme von Klausner Holz in Friesau durch den amerikanischen Mercer-Konzern, zu dem bereits seit 1994 auch die Zellstoff- und Papierfabrik (ZPR) Blankenstein gehört, wachse die Dringlichkeit zur Reaktivierung der Höllentalbahn, hat am Donnerstag Ralf Kalich (Linke), Mitglied des Thüringer Landtags, betont. „Mit allen Nebengewerken und Zulieferern der regionalen Holz- und Dienstleistungswirtschaft ist die Mercer Gruppe der Jobmotor für über 1000 Arbeitsplätze in der Saale-Rennsteig-Region und im benachbarten Oberfranken“, stellt Kalich fest. Die Lösung der Schienentransport-Problematik und die Entlastung von mehreren Hundert Lkw-Transporten täglich müsse das vorrangige Ziel bleiben. Ralf Kalich tritt gemeinsam mit den Mitgliedern der Initiative „Höllennetz“ in Oberfranken für die Ertüchtigung der Höllentalbahn und somit den Bahn­lückenschluss nach Süden ein. Bislang wurde das Projekt des Lückenschlusses bei der gewidmeten Bahnstrecke auf die lange Bank geschoben, meint Kalich. Erst mit der rot-rot-grünen Landesregierung in Thüringen sei Bewegung in die Sache gekommen. „Mit dem Ende der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung wurde die Ertüchtigung der Bahnstrecke von Politikern aus Ost und West zwar versprochen. Aber erst in jüngster Zeit wurden tatsächlich die Weichenstellungen für eine Machbarkeitsstudie durch die Landesregierung vorgenommen“, so Kalich. Mit dem jetzigen Zusammenschluss von zwei der größten Holzindustrie-Standorte Europas in der Saale-Rennsteig-Region und deren transportintensivem Rohmaterial in Form von Stammholz sowie dem Abtransport der Endprodukte müssten den Sonntagsreden um einen umweltfreundlichen Güterverkehr auf der Schiene nun endlich Taten folgen. „Den Menschen der Region wird dadurch zugleich eine deutliche Entlastung des extrem hohen Lkw-Verkehrs und der Verkehrskosten zuteil“, so ­Kalich. Im Doppelhaushalt des Freistaats für 2018/19 sollen laut Kalich finanzielle Mittel für potenzielle Lückenschlüsse bei Bahnstrecken zwischen Thüringen und Bayern eingestellt werden. Dazu gehöre die Höllentalbahn. Dabei handele es sich um eine Summe im einstelligen Millionenbereich, „um aussagekräftige Machbarkeitsstudien erstellen zu können“, so Kalich. Aus diesen würden klare Aussagen für oder gegen die Reaktivierung erwartet. Man hofft, dass sich auch die bayerische Seite zu diesem Weg bekennt.

Mit freundlicher Genehmigung der Lokalredaktion Lobenstein

Obergrenze für Lkw-Verkehr: Peter Hagen wünscht sich von Horst Seehofer ein klares Bekenntnis zur Höllentalbahn

Anfang April wird Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach Blankenstein kommen. Bei der Zellstoff- und Papierfabrik (ZPR) steht die offizielle Einweihung der neuen „Rundholzannahme per Bahn“ auf dem Besuchsprogramm. Ja, richtig gelesen: Rundholz­annahme per Bahn! Das Unternehmen hat es sich einiges kosten lassen, um viele der Güter, die täglich ins Werk hinein oder aus diesem heraus rollen, auf dem Schienenweg zu transportieren. Und es könnte deutlich mehr sein, wenn es denn den Lückenschluss bei der Höllentalbahn geben würde. Darauf hat der ZPR-Chef seit vielen Jahren schon mehrmals hingewiesen. Von Ramelow wissen wir, dass er sich zu dieser Höllentalbahn bekennt. Ein ähnlich eindeutiges Bekenntnis von seinem bayerischen Pendant steht noch aus. Ach würde der Seehofer doch endlich einmal eine Obergrenze für den Lkw-Verkehr auf den Straßen fordern. Dann könnte es vielleicht ganz schnell gehen mit den lächerlichen fünfeinhalb Kilometern Gleisstück, die auf oberfränkischer Seite fehlen. Und nur zur Erinnerung: Diese Schienen waren nicht als Reparationsleistung nach Russland geschickt worden.

Mit freundlicher Genehmigung der Lokalredaktion Lobenstein

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