HTB in der FRANKENPOST

16.02.2020
Am Bahnprojekt scheiden sich die Geister

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Verein pocht auf Schienenstrang durch die Hölle

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Kommentar HOELLENNETZ:

Die HTB wird zum Beispiel wie der Schlagzeilenjournalismus heute funktioniert.

Ich habe der Frankenpost gegenüber in aller Ausführlichkeit und m.E. wohl abgewogen auf die Negativfaktoren der Alternativrouten berichtet. Diese lauten:

Die Topographie steht der historischen Planung entgegen.
Der Abschnitt Marxgrün – Bad Steben stellt mit der 1:30 Steigung (Grösste Steigung Hof – Bad Steben) hoch zum HP Höllenthal und die Zwängung im engen und langen Gleisbogen ein gewaltiges Hemmnis für 1.200to Güterzüge dar.
Der weitere Verlauf und Höhenunterschied über Lichtenberg (quer durchs neue Besucherzentrum für die Frankenwaldbrücken, SPNV Haltepunkt aber auch Güterzüge mitten durch die Besucherströme) durch das Lohbachtal mit einem Gefälle von 1:20 ist für einen heutigen betriebswirtschaftlichen Betrieb einer Bahnlinie ein absolutes NoGo.

Hinzu kommt, dass bei allen Überlegungen mit Tunnellösungen vier gewichtige Gründe dafür wirken, dass diese Varianten in der Sackgasse enden:
-Jedwede Neubautunnellösung zieht derzeit  eine Elektrifizierung der Strecke Saalfeld – Hof nach sich, da keine Dieselloks in neugebauten Tunnels zugelassen sind.
-Akku- oder Hybridloks in der benötigten Leistungsklasse für 1.200 to Güterzüge sind noch nicht vorhanden, eine Markteinführung steht auch wegen sehr geringer benötigter Stückzahlen stark in Frage.
-Tunnelbauweisen greifen entgegen Hochbaumaßnahmen (mit Gründungstiefen bis ca. 10m bei Hochbau-Tiefergründung) weitaus erheblicher in die Geologie und somit auch in die Hydrogeologie ein. Die Besorgnis zum Quellschutz des Höllensprudels und der Bad Stebener Heilquellen bekäme dadurch höchsten Stellenwert.
-Die daraus resultierende Kostensituation gibt dazu ein Letztes.

Es kommt hinzu, dass bei allen Alternativplanungen eine komplette Planfeststellung durchlaufen werden muss, ein Zeithorizont von 10 Jahren Planung ++ mag dabei schon sportlich erscheinen.

Es liegt auf der Hand, dass sich in Abwägung dieser Fakten keine Alternativroute eignet, eine ökologisch und ökonomisch (und vor allem zeitnahe) adäquate Lösung hervorzubringen.

Demzufolge und in diesem Gesamtkontext ist meine Auffassung über ein mögliches Urteil des Bundesrechnungshofes zu einer Machbarkeitsstudie über von vorne herein unsinnhafter Alternativen entstanden.

Daraus zu folgern, dass HOELLENNETZ e.V. auf die bestehende Trasse pocht ist schlichtweg Schlagzeilen generierend begründet.

HOELLENNETZ e.V. verfolgt laut Satzung die Wiederbelebung der HTB auf bestehender Trasse.
Es ist bekannt, dass naturschutzfachliche Belange im Zuge einer UVP festgestellt werden müssen, und damit zu entscheiden ist, ob der Eingriff tragbar und auszugleichen ist.
Auch aus heutiger Kenntnis der hydrogeologischen Grundlagen in Situ ist davon auszugehen, dass die Baumaßnahmen zur Wiederbelebung der Bahnstrecke unter wissenschaftlicher Begleitung dazu führen, dass keine Beeinträchtigungen der Mineralwasserquellen erfolgen.

Unbelehrbar pochen  scheint der zeitgeistige Stil der Medien zu sein und zu manchen alten regionalen CSU Granden zu passen.
Wir halten uns lieber an unverrückbare Grundlagen und gute, belegbare Argumente.

Fritz Sell, Vorsitzender HOELLENNETZ e.V.

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