Reaktivierte Ilztalbahn im Tourismuskonzept

Die Ilztalbahn ist im Tourismuskonzept des Bayrischen Waldes voll integriert

HOELLENNETZ 02.06.2017

Was woanders als Baustein der touristischen Vermarktung beworben wird, ist im Frankenwald laut Mdl König wegen möglicher 2-3 Güterzügen am Tag als Untergang des Naturschutzgebietes Höllental und des Tourismus schlechthin gegeiselt.

Die reaktivierte Ilztalbahn Passau-Freyung hingegen wird im Bayerwaldportal innerhalb des Tourismuskonzeptes beworben und ist  fest in die Freizeitgestaltungsvorschläge integriert.

Sh. hierzu den Auszug aus der Sonderbeilage zur SZ vom 10.05.2017  Bayerwaldportal

und

http://www.ilztalbahn.eu/

Irgendwie scheinen manche frankenwälderischen Kommunalpolitiker  immer noch in der Gedankenwelt  des eisernen Vorhanges zu leben……..:-(

Alexander König: Das Höllental bleibt Naturparadies

Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Alexander König (CSU), 31.05.2017

Die Reaktivierung der „Höllentalbahn“ ist vom Tisch.

„Es freut mich sehr, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat und unser wunderschönes Naturschutzgebiet Höllental nicht durch eine Güterverkehrsstrecke beeinträchtigt werden wird“, stellt Alexander König, MdL, in einer Pressemitteilung fest. König hat sich intensiv gegen die Bestrebungen einer Wiederinbetriebnahme der „Höllentalbahn“, die vor allem als Güterverkehrsstrecke genutzt worden wäre, eingesetzt und erhielt nun eine klare Absage des Projekts vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.

Eine große Zahl von Bürgern lehnen eine Wiederbelebung dieser ehemaligen Bahnlinie zwischen Naila-Marxgrün und Blankenstein in Thüringen aus unterschiedlichen Gründen strikt ab. „Zwar wirke der Vorschlag zunächst vermeintlich schön und interessant, aber bei näherer Betrachtung werden schnell die großen Nachteile erkennbar“, macht König mit folgenden Argumenten deutlich:

  1. Die ehemalige Strecke der „Höllentalbahn“ führt durch das weithin einmalige Naturschutzgebiet Höllental. Die Wiederinbetriebnahme, womit erhebliche bauliche Eingriffe am seinerzeit von italienischen Eisenbahnbauern errichteten Bahndamm, den Tunnels und Brücken einhergehen würden, würde einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Fauna und Flora des Höllentals mit sich bringen.
  2. Mit der Ruhe und der touristischen Erholungsfunktion des einmaligen Höllentals wäre es vorbei, wenn zukünftig Güterzüge durch das Höllental fahren würden und zwischen den 170 Meter hohen Talwänden im engen Höllental einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen würden.
  3. Es gibt keinen Bedarf für die Wiedererrichtung der „Höllentalbahn“ für den Personenverkehr. Das hat vor einigen Jahren ein auch vom Bayerischen Wirtschaftsministerium begleitetes Gutachten ergeben. Und auch für den Güterverkehr ist die Höllentalbahn nicht erforderlich. Das im benachbarten Blankenstein gelegene Zellstoffwerk wird bereits heute täglich von einer Vielzahl von Zügen und LKWs über vorhandene Verkehrswege an- und abgefahren. Die bestehende Bahnstrecke von Blankenstein nach Saalfeld ist nicht ausgelastet und der LKW-Fernverkehr zum Zellstoffwerk erfolgt über die Bundesautobahn A 9 und die nach der Wende in Thüringen sehr großzügig neu gebauten Straßen.
  4. Die Wiederinbetriebnahme der „Höllentalbahn“ würde die Quellen des Mineralquellenbetriebes „Höllensprudel“ und damit eine stattliche Anzahl von Arbeitsplätzen am Standort Naila-Hölle gefährden.
  5. Die Investitionskosten würden nach Mitteilung des bay. Innenministers bei mindestens 50 Millionen Euro für einen nicht erforderlichen, kurzen Streckenabschnitt betragen. Das wäre staatlich organisierte Geldverschwendung.
  6. Eine Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn würde auch erhebliche bauliche Maßnahmen im bayerischen Staatsstraßennetz erforderlich machen, weil die Strecke an drei schwierigen, unübersichtlichen Stellen bayerische Staatsstraßen kreuzt.
  7. Die Bürger in Blechschmiedenhammer, Hölle, Marxgrün, Naila, Selbitz, Rothenbürg, Stegenwaldhaus, Köditz und Hof, welche entlang der Bahnstrecke wohnen, wären im Falle der Wiederinbetriebnahme der „Höllentalbahn“ ohne Not dem Lärm von Güterzugverkehr ausgesetzt.

Mit diesen Argumenten wandte sich Alexander König an Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann und bat eindringlich um Berücksichtigung. Nun liegt die Antwort von Joachim Herrmann vor.

„Der Bund, der in diesem Fall zuständig wäre, hat eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 mangels Wirtschaftlichkeit abgelehnt“, so Herrmann. Auch die prognostizierte Reisendenzahl erreiche nicht die Mindestzahl von 1000 Personen, um über die Länderquoten Bayerns und Thüringens das Projekt zu realisieren. Eine Finanzierung der Höllentalbahn aus dem Haushalt des Freistaates Bayern lehnt Hermann hab. Abschließend stellt Herrmann in seinem Schreiben an Alexander König fest: „Für den bahnseitigen Lückenschluss zwischen Bayern und Thüringen und die damit verbundene Reaktivierung der Höllentalbahn gibt es somit in meinen Augen derzeit keine Grundlage.“

Alexander König dankt Joachim Herrmann für seine deutlichen Aussagen und zeigt sich erleichtert, dass das Höllental weiterhin ein Naturparadies ohne belastenden Bahnverkehr bleiben wird.

FRANKENPOST:
http://www.frankenpost.de/region/hof/Hoellentalbahn-ist-bis-2030-vom-Tisch;art83415,5549046

 

AfD-Antrag zur Höllentalbahn abgelehnt

09.05.2017 OTZ Peter Hagen

Landtagsmitglied aus Blankenstein verweist auf die seit Jahren laufenden Bemühungen zur Reaktivierung der Strecke

Bisher scheiterten alle Reaktivierungsversuche, die Höllentalbahn wieder in Betrieb zu nehmen. Archivfoto: Mike Finke

Blankenstein. Während sich die rot-rot-grüne Landesregierung ernsthaft mit dem Thema der Reaktivierung der Höllentalbahn befasse, habe es in der Landesregierung unter CDU-Ministerpräsidenten Dieter Althaus ein “kollektives Versagen” gegeben. Zu dieser Feststellung kommt Landtagsmitglied Ralf Kalich (Linke), als er jetzt im Landtag zum aktuellen Sachstand gesprochen hat.

Die AfD hatte beantragt, dass die Landesregierung zur Höllentalbahn berichten sollte. Für ­Kalich ein Grund, auf die bisherigen Aktivitäten, die auch in seine Zeit als Bürgermeister von Blankenstein fallen, zurückzublicken. Erste ernsthafte Bemühungen für die Reaktivierung der Höllentalbahn habe es demnach im Oktober 2001 gegeben, als die PDS eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag vorgebracht hatte. “Weitere Meilensteine sind die einstimmig gefassten Beschlüsse im Kreistag Saale-Orla vom 22. September 2003 zur Unterstützung der Höllentalbahn und zur Aufnahme in die Planung der Planungsregion Ostthüringen”, erinnert Kalich. Ebenso kam es zu einem ­Beschluss im Gemeinderat von Blankenstein.

Als Bremser auf dem noch nicht vorhandenen Gleisstück erwies sich 2008 die damalige Thüringer Landesregierung. Denn als Hans-Peter Friedrich (CSU) seinerzeit als bayerischer Bundestagsabgeordneter ein gemeinsames Vorgehen der beiden Freistaaten abstimmen wollte, holte er sich in Erfurt einen Korb. “Ministerpräsident Dieter Althaus fällt der Region in den Rücken”, zitiert Kalich eine Schlagzeile aus dieser Zeit.

Ein Umdenken habe es allerdings unter der Landesregierung von Christine Lieberknecht (CDU) gegeben. Die Verhandlungen mit Bayern zum Thema Höllentalbahn seien dann auch Bestandteil des Koalitionsvertrages gewesen. “Zumindest stand das Wort der Landesregierung wieder hinter den lokalen Akteuren”, sagt Kalich. Zu diesen Akteuren zählt Kalich insbesondere die Verkehrsinitiative “Höllennetz” aus Oberfranken, das Holzkompetenzzentrum mit ZPR-Geschäftsführer Leonhard Nossol sowie die kommunalen Vertretungen vom Kreistag Saale-Orla über die Gemeinden Blankenstein und Naila bis zur Stadt Hof.

“Wogegen ich bin, das ist die einseitige Ausrichtung auf die Straße, die sich aus der Sicht der Region von heute als schwerer Fehler darstellt”, kritisiert ­Kalich. Die Bemühungen zur Reaktivierung der Höllentalbahn seien ein über viele Jahre andauernder Prozess, dessen Ergebnis nicht allein von Thüringen abhängig ist, so Kalich. Er hoffe jedoch, dass es mit den Partnern auf der bayerischen Seite alsbald ein belastbares Ergebnis zu den notwendigen Untersuchungen gibt, auf denen weitere Schritte folgen könnten.

An die Adresse der AfD-Landtagsfraktion, die überraschend ein Interesse für die Höllentalbahn zeigt, richtet Kalich den Hinweis, dass die Konstrukteure der heutigen Personen-Waggons auf die Montage von Trittbrettern verzichten. “Damit ist das Aufspringen nicht mehr möglich, liebe AfD”, so Kalich. Der Antrag der AfD stieß mehrheitlich auf Ablehnung.

„Hölle, Hölle, Hölle…“
Kommentar von Peter Hagen

Vor wenigen Tagen äußerte Fritz Sell von der in Oberfranken gegründeten Verkehrsinitiative „Höllennetz“ die für ihn freudige Feststellung, dass man bei den jahrelangen Bemühungen um die Reaktivierung der Höllentalbahn noch nie so weit gewesen sei, wie es momentan der Fall ist.


Denn zumindest auf Thüringer Seite gibt es inzwischen eine klare Position der Landesregierung, die den Lückenschluss als notwendig erachtet. Vorbehaltlich freilich der unverzichtbaren Untersuchungen zu den Kosten für den Wiederaufbau und den Unterhalt dieser Strecke.

 Inzwischen soll der Ministerpräsident Bayerns bei Begegnungen mit Ramelow den Refrain “Hölle, Hölle, Hölle…” anstimmen und damit zu erkennen geben, dass er sehr wohl um das Ansinnen weiß, insbesondere den Güterverkehr für die Holzindustrie deutlicher von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Dass jetzt auch die AfD im Thüringer Landtag das Thema Höllentalbahn für sich entdeckt hat, lässt zumindest eine Toleranz gegenüber dem Verkehr auf der Schiene erkennen, obwohl die meisten Flüchtlinge für gewöhnlich mit dem Zug in Deutschland angereist sind.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Lokalredaktion Lobenstein